Südsudan: UN prangern Massenvergewaltigung von Frauen an | Aktuell Afrika | DW | 04.12.2018
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Kriegstaktik

Südsudan: UN prangern Massenvergewaltigung von Frauen an

UN-Organisationen haben im Südsudan über 150 Fälle von sexualisierter Gewalt gegen Frauen innerhalb von zwölf Tagen festgestellt. Die Täter waren laut Zeugen bewaffnet und trugen Uniform.

Südsudan Bentiu Flüchtlingslager
(DW/J.P. Scholz)

Nahrungsmittelausgabe im Flüchtlingslager von Bentiu im Südsudan (Archivbild)

Die südsudanesischen Behörden müssten die Verantwortlichen der "abscheulichen Attacken" zur Verantwortung ziehen, fordern das UN-Kinderhilfswerk UNICEF, der UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) und der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcockin in einer gemeinsamen Erklärung.

Am vergangenen Freitag hatte bereits die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen berichtet, binnen zehn Tagen seien 125 Frauen und Mädchen Opfer von Vergewaltigungen oder sexueller Gewalt  geworden. Einige seien jünger als zehn oder älter als 65 Jahre gewesen. Auch Schwangere seien vergewaltigt worden.

Die Gewalttaten ereigneten sich demnach rund um Bentiu, wo internationale Hilfsorganisationen die notleidende Bevölkerung mit Nahrungsmitteln versorgen. Viele Frauen seien auch geschlagen und ausgeraubt worden.

Südsudan - Riek Machar und Salva Kiir (Reuters/M. N. Abdallah)

Präsident Salva Kiir (r) hatte zugesagt, die Feindseligkeiten in dem afrikanischen Land zu beenden

Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres verurteilte die "brutalen sexuellen Angriffe" scharf. Ungeachtet der Zusicherung der südsudanesischen Regierung, die Feindseligkeiten zu beenden und für Frieden zu sorgen, werde sexuelle Gewalt weiter als "Kriegstaktik" eingesetzt, beklagte er. Für die Zivilbevölkerung, insbesondere für Frauen und Kinder, bleibe die Sicherheitslage in dem afrikanischen Land "katastrophal".

Die Konfliktparteien rief Guterres auf, die Sicherheit von Zivilisten zu gewährleisten und der Straflosigkeit derartiger Verbrechen entgegenzutreten. Notwendig seien Ermittlungen und die strafrechtliche Verfolgung der Schuldigen.

Der Südsudan hatte sich im Sommer 2011 vom Sudan losgesagt und seine Unabhängigkeit erklärt. Im Dezember 2013 begann ein Bürgerkrieg, in dessen Verlauf mehr als 380.000 Menschen getötet und vier Millionen Südsudanesen - fast ein Drittel der Bevölkerung - in die Flucht getrieben wurden. Immer wieder kommt es zu schweren Menschenrechtsverletzungen. Hilfsorganisationen sprechen von einer der größten humanitären Krisen weltweit.

uh/qu (afp, ap)

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