Ryanair muss 190 Flüge streichen | Aktuell Europa | DW | 25.09.2018
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Luftverkehr

Ryanair muss 190 Flüge streichen

Schon wieder Ärger bei Ryanair: Der irische Billigflieger Ryanair annulliert am Freitag wegen Streiks in mehreren europäischen Ländern viele Flüge. Betroffen sind voraussichtlich 30.000 Kunden.

Zu Streiks aufgerufen sind laut Unternehmen Flugbegleiter in sechs europäischen Ländern: in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Italien, Spanien und Portugal. Die Gewerkschaft Verdi erklärte in Berlin allerdings, ein Streikaufruf für Deutschland sei ihr neu. "Wir haben gerade in Berlin die Verhandlungen mit Ryanair beendet und bewerten nun die Ergebnisse", sagte eine Verdi-Sprecherin. Die  Flugbegleiter hatten bereits am 12. September gemeinsam mit den Piloten gestreikt und wollen am Mittwoch ihr weiteres Vorgehen mitteilen. Ein Zusammenschluss europäischer Gewerkschaften hatte den Ausstand vor knapp zwei Wochen angekündigt - damals allerdings in fünf Ländern. Nun steht auch Deutschland auf der Liste.

Die 190 Flugabsagen machen laut Ryanair rund acht Prozent des für Freitag geplanten Verkehrs aus. Betroffen seien etwa 30.000 von 450.000 Passagieren, die an diesem Tag mit Ryanair fliegen wollen. Die betroffenen Fluggäste seien bereits informiert worden. Alle übrigen Flüge fänden statt. Eine genaue Streichliste veröffentlichte Ryanair erneut nicht. Wie viele Flüge von und nach Deutschland unter den Absagen sind, konnte daher zunächst nicht genau gesagt werden.

Heftiger Arbeitskampf

Bei der Airline tobt seit rund einem Jahr ein erbitterter Arbeitskampf, schon mehrfach streikten Piloten und Flugbegleiter in verschiedenen Ländern. Sie fordern höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Dabei verlangen sie vor allem, dass Ryanair das jeweils geltende nationale Arbeitsrecht anwendet.

Im Juli musste Ryanair wegen Streiks mitten in der Ferienzeit an einem Tag 600 Flüge streichen. Normalerweise gibt es nach Unternehmensangaben pro Tag in Europa rund 2400 Ryanair-Flüge.

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Ryanair am Pranger (25.07.2018)

Ryanair kritisierte die für Freitag geplanten Streiks. Nur eine "winzige Minderheit" des Kabinenpersonals beteilige sich überhaupt daran, erklärte das Unternehmen. In Belgien und den Niederlanden legen am Freitag übrigens auch die Piloten die Arbeit nieder.

Will Ryanair Kapazitäten zurückfahren?

Der Ryanair-Marketing-Chef Kenny Jacobs kritisierte die Arbeitskampfmaßnahmen erneut: "Diese wiederholten unnötigen Streiks schaden Ryanairs Geschäft und dem Vertrauen unserer Kunden zu einer Zeit, in der die Ölpreis stark steigen - wenn sie weitergehen, müssen wir uns unweigerlich unser Kapazitätswachstum im Winter und im Sommer 2019 wieder ansehen."

In Italien haben am Dienstag drei Flugbegleiter-Gewerkschaften einen Tarifvertrag mit Ryanair nach dortigem Recht unterschrieben. Die Vereinbarung werde am 1. Oktober in Kraft treten, laufe drei Jahre und sehe unter anderem höhere Löhne vor, teilte die Fluggesellschaft mit. In den Streik treten werden an diesem Freitag aber in Italien stationierte Flugbegleiter, die nicht diesen drei Gewerkschaften angehören. Italien gehört zu Ryanairs größten Märkten in Europa.

kle/qu (afp, dpa, rtr)

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