Russland warnt USA vor Militäraktion in Syrien | Aktuell Nahost | DW | 09.04.2018
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UN-Sicherheitsrat

Russland warnt USA vor Militäraktion in Syrien

Die USA schließen eine militärische Reaktion auf den mutmaßlichen Gitgasangriff im syrischen Duma nicht aus. Im Weltsicherheitsrat drohte Russlands UN-Botschafter der Trump-Regierung für diesen Fall "schwere Folgen" an.

Bewaffnete Angriffe "unter dem lügnerischen Vorwand, sich gegen Syrien zu richten", würden "schwere Folgen" haben, sagte der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Wassily Nebensja, bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. "Wir fordern den Westen auf, seine kriegerische Rhetorik zu unterlassen", fügte er hinzu. Moskau habe Washington gewarnt, dass es keine Gefährdung russischer Soldaten auf syrischem Boden dulden werde.

USA Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York - Vasily Nebenzya (Reuters/B. McDermid)

"Ende der kriegerischen Rhetorik": Wassily Nebensja

Die US-Botschafterin bei den UN, Nikki Haley, wiederholte in der Sitzung die Drohung ihrer Regierung mit einer militärischen Reaktion. "Wir haben den Punkt erreicht, an dem die Welt sehen muss, dass in Syrien der Gerechtigkeit genüge getan wird", sagte sie. Russland und der Iran hätten Militärberater auf syrischen Stützpunkten, sagte Haley. "Wenn Syrien Zivilisten bombardiert, dann tut es das mit russischer Hilfe."

Die USA stellten im Sicherheitsrat Pläne für einen Resolutionsentwurf vor, in dem ein neuer "unabhängiger Untersuchungsmechanismus der Vereinten Nationen" zu Chemiewaffeneinsätzen gefordert wird. Russland lehnte das Vorhaben umgehend ab. Der Entwurf enthalte "inakzeptable Elemente", sagte Nebensja.

USA Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York (Reuters/B. McDermid)

Die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley

Trump will schnell reagieren

Frankreichs UN-Botschafter François Delattre machte Syriens Verbündete für den mutmaßlichen Giftgasangriff mitverantwortlich. Russland und der Iran unterstützten Syrien militärisch, und "kein syrisches Flugzeug hebt ab, ohne dass sein russischer Verbündeter informiert ist", sagte er. 

Der UN-Sicherheitsrat beriet auf Antrag der USA, Frankreichs, Großbritanniens und sechs weiterer Länder über den mutmaßlichen Chemiewaffenangriff in Duma. Bei Angriffen der syrischen Regierungstruppen auf die Rebellenhochburg nahe Damaskus soll am Samstagabend Chlorgas eingesetzt worden sein. Aktivisten zufolge wurden mehr als 150 Menschen getötet und rund 1000 verletzt.

Auch das Weiße Haus beschuldigte Moskau erneut, für "diese Taten" mit verantwortlich zu sein. "Sie wären nicht möglich ohne ihre materielle Unterstützung", sagte Pressesprecherin Sarah Sanders.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor eine rasche Antwort auf den mutmaßlichen Giftgasangriff angekündigt. Seine Regierung werde diese Entscheidung innerhalb der nächsten 48 Stunden treffen. Er wolle mit seinen militärischen Beratern über mögliche Schritte sprechen. Alle Optionen würden in Betracht gezogen. Ähnlich äußerte sich US-Verteidigungsminister James Mattis.

Trump hatte erst am Osterwochenende angekündigt, den Militäreinsatz in Syrien "sehr bald" beenden zu wollen. Kurze Zeit später hieß es aus dem Weißen Haus, die Soldaten sollten vorerst doch in dem Bürgerkriegsland bleiben.

gri/rb (dpa, afp, rtr)

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