Russland hebt Einreiseverbot für Seppelt auf | Sport | DW | 15.05.2018
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Dopingjäger

Russland hebt Einreiseverbot für Seppelt auf

Der ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt darf nun doch zur Fußball-WM nach Russland einreisen. Außenminister Heiko Maas spricht jedoch nur von einem Zwischenerfolg.

Die russische Regierung hat das Einreiseverbot für den ARD-Dopingexperten Hajo Seppelt zur Fußball-Weltmeisterschaft aufgehoben. Das teilte Außenminister Heiko Maas am Dienstag auf Twitter mit. Unklar ist aber offenbar noch, ob Seppelt aus Russland über die WM berichten darf. Der SPD-Politiker sprach nur von einem "Zwischenerfolg". Die russische Seite habe mitgeteilt, "dass Hajo Seppelt zumindest zur WM einreisen darf. (Wir) setzen uns weiter für freie Berichterstattung ein."

Unerwünschte Person

Die ARD hatte am Freitag mitgeteilt, dass das vom SWR für Seppelt beantragte Visum für die Titelkämpfe vom 14. Juni bis 15. Juli für ungültig erklärt worden sei. Der Journalist stehe auf einer Liste der in Russland "unerwünschten Personen" und könne daher nicht in die Russische Föderation einreisen. Nähere Angaben zu den Hintergründen waren nicht gemacht worden.

Rechtzeitig zum Merkel-Besuch in Russland

Die Bundesregierung hatte am Montag die russische Entscheidung scharf kritisiert. "Wir halten diese Maßnahme der russischen Behörden, Seppelt das Visum für ungültig zu erklären, für falsch", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die freie Berichterstattung über eines der größten Sportereignisse weltweit müsse gewährleistet werden. "Wir sind der Überzeugung, es stünde Russland als Gastgeber schlecht an, wenn es so offensichtlich die Presse- und Meinungsfreiheit vor den Augen der Welt beschnitte." Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft an diesem Freitag den russischen Präsidenten Wladimir Putin in dessen Sommerresidenz in Sotschi am Schwarzen Meer. 

Grindel sprach mit Infantino

Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte das russische Vorgehen gegen Seppelt verurteilt. Er habe darüber auch mit Gianni Infantino gesprochen und ihn aufgefordert, seinen Einfluss in Russland geltend zu machen, sagte DFB-Chef Reinhard Grindel am Rande der Kader-Nominierung der deutschen Nationalmannschaft. Mit seinem Film "Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht" hatte Seppelt den russischen Dopingskandal aufgedeckt, der unter anderem zum Ausschluss der russischen Leichtathleten von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro geführt hatte. 

sn/ck (sid, dpa)

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