Russischer Verteidigungsminister meldet: Abzug aus Syrien abgeschlossen | Aktuell Nahost | DW | 22.12.2017
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Von Krieg und Frieden

Russischer Verteidigungsminister meldet: Abzug aus Syrien abgeschlossen

"Befehl ausgeführt": Verteidigungsminister Schoigu erstattet Präsident Putin Bericht über den Rückzug aus dem Bürgerkriegsgebiet. Der Kremlchef will derweil Russland zur Nummer eins bei hochmoderner Rüstung machen.

Syrien Deir al-Sur Russische Soldaten (Getty Images/AFP/D. Derda)

Russische Soldaten im syrischen Deir Ezzor (Archivfoto)

Insgesamt sollen seit 2015 laut offiziellen Angaben 48.000 russische Soldaten in Syrien gedient haben. Das gesamte Kontingent sei nun - wie von Präsident Wladimir Putin befohlen - zurückgekehrt, berichtete Verteidigungsminister Sergej Schoigu bei einem Treffen hochrangiger Offiziere in Moskau. Spezialtruppen, Militärpolizei, Minenräum-Kommandos und medizinische Einheiten seien nach Russland zurücktransportiert worden. 36 Flugzeuge und vier Hubschrauber befänden sich wieder in ihren Heimatstützpunkten.   

Bildergalerie Putin wird 65 mit seinem Vertrauten Sergej Schoigu in Urlaub (imago/ITAR-TASS)

Minister Sergej Schoigu (r.) - hier im Urlaub mit Staatschef Wladimir Putin

Zudem wurde am Freitag bekannt, dass der von Russland initiierte syrische Friedensdialog nun Ende Januar im russischen Sotschi beginnen soll. Die Konferenz hatte eigentlich schon im November stattfinden sollen. In der russischen Delegation war von insgesamt 1500 Teilnehmern die Rede. An dem Treffen, das den Weg zu einer politischen Lösung des Syrien-Kriegs ebnen soll, sollen sich nach Moskauer Vorstellungen verschiedene gesellschaftliche Gruppen beteiligen. Syrische Oppositionsgruppen hatten den russischen Vorstoß allerdings schon im Vorfeld kritisiert.

Der UN-Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan de Mistura, äußerte sich zurückhaltend über die Erfolgschancen. Der sogenannte "Kongress des nationalen Dialogs" am 29. und 30. Januar in Sotschi ist Teil von Friedensbemühungen, die Russland seit geraumer Zeit gemeinsam mit der Türkei und dem Iran vorantreibt. Die drei Länder haben bereits Friedensgespräche im kasachischen Astana organisiert, allerdings ohne größere Erfolge. 

"Armee der neuen Generation"

Ungeachtet des Rückzugs will Russland in Syrien zwei Stützpunkte weiter betreiben und sogar noch ausbauen. Präsident Putin erläuterte bei einem im Fernsehen übertragenen Treffen mit Militärvertretern am Freitag noch einmal seine sonstigen strategischen Ziele. "Russland muss unter den führenden Ländern - und in einigen Bereichen der Vorreiter - sein, wenn es um den Aufbau einer Armee der neuen Generation geht", erklärte Putin. Eine umfassende Modernisierung der Streitkräfte sei wichtig, um angesichts der gefährlichen Vorstöße der NATO die russische Souveränität zu sichern. Russland müsse sich an die "Veränderungen der Machtbalance" in der Welt anpassen.

Das US-Patriot-Raketenabwehrsystem, das in Polen und Rumänien installiert werden soll, könne "jederzeit" in ein Angriffssystem umgewandelt und zu einer Bedrohung für Russland werden, warnte Putin erneut. Den USA warf er vor, sie seien "auf dem Weg", den Vertrag über nukleare Mittelstreckenraketen von 1987 zu verletzen.

Die Anfang der Woche von Präsident Donald Trump vorgestellte neue US-Sicherheitsstrategie nannte er "offensiv" und "aggressiv".

SC/cr (afp, rtr, APE, dpa)