Robert Lewandowski: Gewinner der Corona-Pause | Sport | DW | 17.05.2020
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Fußball

Robert Lewandowski: Gewinner der Corona-Pause

Robert Lewandowski verletzte sich kurz vor der coronabedingten Fußball-Pause: Seine Torjägerkrone schien in Gefahr. Und nun, zwei Monate später? Der FC Bayern-Profi ist fitter denn je und trifft beim Bundesliga-Neustart.

Mit verzögertem Anlauf tritt Robert Lewandowski an und schiebt den Ball dann locker halb rechts unten ins Netz. Union-Torwart Rafal Gikiewicz ist in dem Moment auf dem falschen Fuß und kann so den vermeintlich leicht haltbaren Elfmeter nicht abwehren. So verwandelt nur einer einen Strafstoß, der viel Selbstbewusstsein hat. Und Lewandowski ist sehr selbstbewusst. Alle vier bisherigen Elfmeter in dieser Saison hat er erfolgreich verwandelt und diesen nutzt er in der 40. Minute zur Führung beim 2:0-(1:0)Erfolg des FC Bayern München auswärts bei Union Berlin.

Dass er bei dieser Spielansetzung überhaupt dabei ist, hat er der Corona-Pandemie zu verdanken. Denn am 25. Februar erlitt der 31-Jährige im Champions-League-Spiel beim FC Chelsea einen Anbruch der Schienbeinkante am linken Kniegelenk. Am nächsten Tag gab der FC Bayern bekannt, dass Lewandowskis Bein zehn Tage mit Gips ruhig gestellt werden müsse und die Ausfallzeit des besten Torjägers der Bundesliga rund vier Wochen betrage. Zwei Bundesliga- und ein DFB-Pokalspiel später zwang die Corona-Krise den nationalen und internationalen Fußball zu einer Zwangspause.

Lewandowski: Nervenstarker Elfmeterschütze

Nun steht der wiedergenesene Lewandowski gegen Union wieder in der Startelf und hat gerade mal drei Pflichtspiele verpasst. Zwar gelingt es dem Polen aufgrund der sehr disziplinierten Union-Abwehr nicht, aus dem Spiel heraus ein Tor zu erzielen - selbst bei dem wegen Abseits aberkannten Tores der Bayern in der 18. Minute ist er nicht beteiligt. Jedoch kann sich Lewandowski auf seine Teamkollegen verlassen, diesmal in Person von Leon Goretzka, der einen Elfmeter für den deutschen Rekordmeister herausholt. Und wer darf vom Punkt schießen? Natürlich Bayerns Torschützenkönig. Nachdem der Ball im Netz trudelt, beschränkt sich der Jubel mit der Mannschaft - wie es das Hygienekonzept der Deutschen Fußballliga empfiehlt - auf ein Abklatschen mit den Ellbogen.

Deutschland Bundesliga - 1. FC Union Berlin v Bayern München | Robert Lewandowski (Reuters/H. Hanschke)

Torjubel zu Corona-Zeiten: Serge Gnabry und Torschütze Robert Lewandowski (rechts)

Es ist sein 26. Bundesliga-Saisontor im 26. Spiel. Sein eigener Rekord liegt bei 30, die gelangen ihm in der Saison 2015/2016. Vier Tore fehlen dem polnischen Nationalspieler also noch, um seinen eigenen Rekord einzustellen. Bei noch acht ausstehenden Ligapartien sollte das keine große Schwierigkeit für ihn sein. Dass er jedoch noch die Bundesliga-Tor-Bestmarke von Gerd Müller mit 40 Toren aus der Saison 1971/72 knackt, scheint dagegen doch ziemlich unwahrscheinlich. Immerhin, wettbewerbsübergreifend war das Tor in Berlin Lewandowskis 40. Das ist schon beeindruckend genug zu diesem Zeitpunkt der Saison.

Lewandowski: Der Angreifer im Angriff-Modus

"Ich fühle mich besser als je zuvor, weil ich in den zwei Monaten noch spezifischer als sonst an meiner körperlichen Fitness arbeiten konnte", sagte Lewandowski kürzlich bei einer virtuellen Pressekonferenz. Anstatt einer individuellen Zwangspause zum vermeintlich wichtigsten Saisonzeitpunkt, bei dem er wettbewerbsübergreifend viele Spiele verpasst hätte, konnte der Stürmer nun in aller Ruhe seine Verletzung auskurieren und konnte sogar neue Kräfte sammeln, um beim letzten Saisondrittel voll anzugreifen. Lewandowski kann der Corona-Krise sicherlich etwas Positives abgewinnen.

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