Regierung senkt Wachstumsprognose leicht | Wirtschaft | DW | 25.04.2018
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Wirtschaft

Regierung senkt Wachstumsprognose leicht

Die Bundesregierung erwartet in diesem Jahr das kräftigste Wirtschaftswachstum seit 2011. Doch mit 2,3 Prozent fällt die Prognose niedriger aus als noch zu Jahresbeginn.

Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung der Regierung in diesem Jahr um 2,3 Prozent zulegen. In ihrer am Mittwoch in Berlin vorgestellten Frühjahrsprognose geht die Bundesregierung für das kommende Jahr zudem von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,1 Prozent aus. Die Regierung senkte ihre Prognose für das laufende Jahr damit leicht - im Januar war sie noch von einem BIP-Anstieg von 2,4 Prozent ausgegangen.

Damit ist die Bundesregierung für beide Jahre optimistischer als die führenden Forschungsinstitute, die 2,2 und 2,0 Prozent erwarten. "Die deutsche Konjunktur bleibt weiter schwungvoll, der Aufschwung geht weiter", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Deutschland Peter Altmaier, Vorstellung Frühjahrsprojektion der Bundesregierung 2018 (Imago/M. Popow)

Peter Altmaier: Ein gut gelaunter Wirtschaftsminister

Die Zahl der Beschäftigten soll bis zum nächsten Jahr um rund eine Million steigen, die Arbeitslosigkeit auf ein Rekordtief sinken. "Das sind wichtige Schritte auf dem Weg hin zur Vollbeschäftigung", sagte Altmaier. Auch dürften die Einkommen merklich zunehmen. Eine Überhitzung der Wirtschaft sei nicht erkennbar. Garant für den Aufschwung bleibt demnach der Konsum, der in beiden Jahren kräftiger wachsen soll als 2017. Auch blieben deutsche Waren und Dienstleistungen im Ausland gefragt. "Unsere Exportwirtschaft behauptet sich erfolgreich in einer Weltwirtschaft, die lebhaft wächst", sagte Altmaier. Die Unternehmen würden wieder kräftig in neue Maschinen und Anlagen investieren. Die Bauinvestitionen dürften angesichts niedriger Zinsen und einer hohen Nachfrage rege bleiben, doch stoße die Baubranche zunehmend an Kapazitätsgrenzen.

Weniger Handelsüberschuss

Der von US-Präsident Donald Trump kritisierte deutsche Handelsüberschuss wird den Prognosen zufolge bis 2019 sinken. Mit 7,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes fiele der Leistungsbilanzüberschuss dann so gering aus wie zuletzt 2014. Die EU-Kommission sieht allerdings schon Werte von mehr als sechs Prozent als stabilitätsgefährdend an, da Ländern mit hohen Überschüssen welche mit enormen Defiziten gegenüberstehen. Wenige Tage vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei Trump dürfte diese Prognose im Weißen Haus auf Interesse stoßen: Denn ein wichtiger Kritikpunkt Trumps ist der Exportüberschuss. Es wird erwartet, dass dies Thema der Gespräche mit Merkel am Freitag sein wird.

Die Frühjahrsprojektion dient den Steuerschätzern als Vorlage für ihre Hochrechnungen, die im Mai anstehen. Diese wiederum geben den Rahmen für die Aufstellung der öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen vor.

zdh/ul (rtr, afp)