Porsche beim Diesel-Schummel erwischt | Wirtschaft | DW | 18.05.2018
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Dieselskandal

Porsche beim Diesel-Schummel erwischt

Wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen ruft das Kraftfahrt-Bundesamt rund 60.000 Fahrzeuge zweier Porsche-Dieselmodelle zurück. Die Prüfer fanden bis zu fünf der verbotenen Einrichtungen.

Der Autobauer Porsche muss wegen einer illegalen Abschalteinrichtung rund 60.000 Diesel-Fahrzeuge der Modelle Macan und Cayenne zurückrufen. Das habe das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) angeordnet, bestätigte das Bundesverkehrsministerium am Freitag entsprechende Medienberichte. Aufgrund der Abschalteinrichtungen könne es im Betrieb der Fahrzeuge zu erhöhten Stickoxid-Emissionen kommen, hieß es. Porsche bestätigte, die entsprechenden Bescheide erhalten zu haben.

Demnach handelt es sich um die Modelle Macan 3,0 Liter und Cayenne 4,2 Liter. Allein beim Macan hätten die KBA-Prüfer fünf illegale Abschalteinrichtungen gefunden, die dafür sorgten, dass die Abgasreinigung nur im Labor voll funktioniere, berichteten das Magazin "Spiegel" und der Bayerische Rundfunk. Porsche hatte im Januar schon einmal mitgeteilt, dass in Abstimmung mit dem KBA an Software-Updates für die genannten Modelle gearbeitet werde und die Autos nach Freigabe in die Werkstätten gerufen werden sollen.

Beide Wagen haben die Schadstoffklasse Euro 6. Umweltschützer und Parteien fordern immer wieder, dass diese sowie auch Euro-5-Diesel nachgerüstet werden - von Konzernen werden diese hingegen beworben, indem Kunden etwa Prämien erhalten, wenn sie ihre alten Diesel in Wagen der Schadstoffklasse 6 umtauschen.

Vergangenen Sommer hatte das KBA bereits einen Zwangsrückruf für rund 21.500 Cayenne-V6-Diesel verhängt und vorübergehend auch ein Zulassungsverbot ausgesprochen. Die Diesel-Motoren in den Fahrzeugen stammen von Audi. Porsche selbst produziert keine.

hb/zdh (dpa, afp)