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Pilotenstreik: Hunderte Flugausfälle bei der Lufthansa

12. März 2026

Der zweitägige Ausstand der Piloten trifft vor allem die Drehkreuze Frankfurt und München. Die Lufthansa will dennoch mehr als die Hälfte ihrer Flüge aufrecht erhalten und setzt auf größere Maschinen und Ersatzcrews.

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Deutschland Frankfurt 2026 | Lufthansa-Flugzeuge stehen während eines zweitägigen Pilotenstreiks am Boden
Flugzeuge der Lufthansa stehen wegen eines Pilotenstreiks stillBild: Heiko Becker/REUTERS

Der zweitägige Pilotenstreik bei der Lufthansa führt an diesem Donnerstag zu zahlreichen Flugausfällen an deutschen Flughäfen. Besonders betroffen sind die Drehkreuze Frankfurt am Main und München. Nach Angaben der jeweiligen Flughafenbetreiber fallen am ersten Streiktag in Frankfurt rund 400 von 1165 geplanten Starts und Landungen aus. In München wurden 230 von rund 800 Flugbewegungen gestrichen. Die Zahlen beziehen sich auf alle Fluggesellschaften, die Ausfälle sind jedoch vor allem der Lufthansa zuzuordnen.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat die Piloten der Kernmarke Lufthansa, der Frachttochter Lufthansa Cargo und der Regionalgesellschaft Lufthansa Cityline zu einem 48-stündigen Streik aufgerufen. Der Ausstand begann um Mitternacht und soll bis Freitag um 23.59 Uhr dauern. Insgesamt sind mehr als 5000 Pilotinnen und Piloten beteiligt.

Lufthansa-Tochter Eurowings nicht betroffen

Nach Angaben der Gewerkschaft ist die Beteiligung hoch. VC-Präsident Andreas Pinheiro erklärte, der Arbeitskampf verlaufe wirkungsvoller als erwartet. Am Donnerstagvormittag seien mehr als 75 Prozent der bestreikten Kurzstreckenflüge und mehr als 70 Prozent der bestreikten Langstreckenflüge ausgefallen.

Die Lufthansa widersprach dieser Darstellung und verwies darauf, dass der Flugbetrieb im geplanten Umfang stattfinde. "Unser Programm findet so statt wie geplant." Die Fluggesellschaft hatte angekündigt, mindestens die Hälfte ihres Flugprogramms aufrechterhalten zu können. Auf der Langstrecke sollen rund 60 Prozent der Verbindungen stattfinden. In der Frachtsparte Lufthansa Cargo müssten etwa 20 Prozent der für Donnerstag und Freitag geplanten Flüge gestrichen werden.

Um Auswirkungen zu begrenzen, will das Unternehmen größere Flugzeuge einsetzen, freiwillige Crews einplanen und Flüge teilweise von anderen Gesellschaften der Lufthansa Group oder von Partnerairlines durchführen lassen. Auch Subunternehmen kommen zum Einsatz. Andere Lufthansa-Gesellschaften wie Eurowings sowie sämtliche ausländischen Töchter sind von dem Streik nicht betroffen.

Piloten hatten bereits im Februar gestreikt

In den Terminals herrscht nach Angaben des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport weitgehend normaler Betrieb. Lediglich in den Lufthansa-Bereichen sei es etwas ruhiger. An anderen deutschen Flughäfen fallen vor allem Zubringerflüge zu den Drehkreuzen Frankfurt und München aus.

Reisende am Lufthansa-Schalter während des Pilotenstreiks
Betroffene Reisende werden laut Unternehmen per Mail informiertBild: Malin Wunderlich/dpa/picture alliance

Betroffene Passagiere sollen per E-Mail informiert werden. Wer keine Nachricht erhält, kann laut Lufthansa zunächst davon ausgehen, dass sein Flug stattfindet. Flüge aus den Krisengebieten im Nahen Osten sowie Verbindungen von Deutschland dorthin werden nicht bestreikt.

Die Lufthansa kritisierte die "sehr kurzfristige Ankündigung" des Arbeitskampfs als "extrem hart und unverhältnismäßig". Bereits am 12. Februar hatten die Cockpitbesatzungen gestreikt.

Erste Entspannung bereits am Freitag erwartet

Hintergrund des Konflikts sind unterschiedliche Tarifstreitpunkte: Bei der Kernmarke Lufthansa und bei Lufthansa Cargo geht es um die betriebliche Altersvorsorge, während sich Gewerkschaft und Management bei Lufthansa Cityline über einen neuen Vergütungstarifvertrag streiten. Die Regionaltochter Cityline soll allerdings nur am ersten Streiktag bestreikt werden, weshalb bereits am Freitag mit einer ersten Entspannung gerechnet wird. Ein normaler Flugbetrieb wird voraussichtlich erst am Samstag wieder erreicht.

Der Flughafenverband ADV appellierte an beide Seiten, möglichst rasch eine Einigung zu erzielen. Passagiere würden von Streiks immer zuerst getroffen, sagte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. In einer ohnehin angespannten Situation werde die deutsche Luftfahrt zusätzlich verunsichert. "Der Standort Deutschland kann sich weitere Belastungen für die Konnektivität und die Zuverlässigkeit des Luftverkehrs kaum leisten."

pgr/as (dpa, afp)

Redaktionsschluss 17.45 Uhr (MEZ) - Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.