Pentagon will IS von syrischem Öl abschneiden | Aktuell Welt | DW | 25.10.2019
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Syrien

Pentagon will IS von syrischem Öl abschneiden

Nächste Volte der US-Politik in Syrien: Nach dem Truppenabzug im Norden soll nun die militärische Präsenz im Osten des Landes verstärkt werden. Ziel sei es, dem Terror den Ölhahn - und damit den Geldhahn - zudrehen.

Syrien Manbidsch US-Truppen (picture-alliance/AP Photo/H. Malla)

US-Soldat in Nordsyrien (Archivbild)

Die Vereinigten Staaten wollen mit militärischer Präsenz die Ölfelder im Nordosten Syriens vor der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) schützen. Ein Vertreter des Pentagons sagte, die USA würden mit "zusätzlichen militärischen Mitteln" und "in Koordination" mit den kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) ihre Position in der Region stärken. Damit solle verhindert werden, dass die Ölfelder wieder in die Hände des IS oder "anderer destabilisierender Akteure" fielen.

Beim Kampf gegen die IS-Dschihadisten sei die Einnahme der Ölfelder im Osten Syriens einer der größten Erfolge gewesen, sagte der Pentagon-Vertreter. Es müsse sichergestellt werden, dass der "Islamische Staat" auch künftig keinen Zugang zu dem Öl als Finanzierungsquelle für seine Aktivitäten gewinne. Nähere Angaben zu dem militärischen Engagement der USA machte das Verteidigungsministerium nicht. Das US-Magazin "Newsweek" berichtet, es sollten bis zu 30 Abrams-Panzer und zusätzliche Soldaten entsandt werden. Das Weiße Haus müsse den Plänen aber noch zustimmen.

Syrien Abu Kamal SDF-Kämpfer im Osten (Getty Images/AFP/D. Souleiman)

Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) im Osten Syriens (Archivbild)

Die USA hatten erst kürzlich Truppen aus Nordsyrien abgezogen. Damit ermöglichten sie eine türkische Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG in der Region. US-Präsident Donald Trump sagte dann am Mittwoch, eine "kleine Zahl von Soldaten" werde in der Region bleiben, um die Ölfelder zu schützen.

Russische Spezialkräfte aus dem Kaukasus

Derweil begannen russische Soldaten ihre Patrouillen im türkisch-syrischen Grenzgebiet, wie sie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Treffen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin am Dienstag in Sotschi beschlossen hatte. Russland hat rund 300 Spezialkräfte aus seiner Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus nach Syrien verlegt. Hinzu kämen mehr als 20 Panzerfahrzeuge, die bisher im Süden Russlands stationiert gewesen seien, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Syrien Amuda russische Truppen patrouillieren im Norden (picture-alliance/AP Photo/B. Ahmad)

Russische Truppen patrouillieren in Amuda in Nordsyrien

Der UN-Sonderbeauftragte für Syrien, Geir Pedersen, betonte, die gemeinsamen türkisch-syrischen Patrouillen in der Grenzregion seien nur eine "vorübergehende" Lösung. Darüber gebe es "keine Meinungsverschiedenheiten", sagte Pedersen der Schweizer Nachrichtenagentur SDA.

Die Türkei hatte vor gut zwei Wochen eine Militäroffensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyrien gestartet. Die YPG-Miliz stellt die Mehrheit der Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), die gegen die IS-Dschihadistenmiliz gekämpft hatte. Die Regierung in Ankara betrachtet die YPG-Miliz aber als Bedrohung, da sie eng mit den Rebellen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in der Türkei verbunden ist.

Syrien Amuda russische Truppen patrouillieren im Norden (AFP/D. Souleiman)

Soldaten der russischen Armee in Amuda

Erdogan verlangt von den USA eine Auslieferung des SDF-Kommandeurs Maslum Abdi. Dieser sei ein "Terrorist", sagte der Präsident dem staatlichen türkischen Sender TRT. "Amerika muss diesen Mann übergeben."

Trump hatte zuvor auf Twitter erklärt, ein Telefonat mit Abdi geführt und das Gespräch "wirklich genossen" zu haben. "Er schätzt, was wir getan haben, und ich schätze, was die Kurden getan haben." US-Senatoren hatten in dieser Woche das US-Außenministerium aufgefordert, Abdi schnell ein Visum auszustellen, damit er in die USA reisen und mit Regierungsvertretern über die Lage in Syrien beraten könne.

jj/rb (dpa, afp)

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