Papst gedenkt in Litauen der Holocaust-Opfer | Aktuell Welt | DW | 23.09.2018
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Katholische Kirche

Papst gedenkt in Litauen der Holocaust-Opfer

"Vor fünfundsiebzig Jahren erlebte diese Nation die endgültige Zerstörung des Ghettos von Vilnius; in diesem Ereignis gipfelte die Vernichtung Tausender von Juden", sagte der Pontifex auf seiner Baltikum-Reise.

Bei einer Freilichtmesse im litauischen Kaunas warnte Franziskus zugleich vor einem Wiedererstarken des Antisemitismus. Die nach dem Holocaust geborenen Generationen stünden in der Gefahr, solchen Ideologien wieder nachzulaufen.

Auf junge Menschen achten

Die katholischen Gläubigen müssten das Gedenken an die Judenvernichtung im Zweiten Weltkrieg deshalb wachhalten und "jeden neuen Keim dieser verderblichen Gesinnung rechtzeitig erkennen." Es müsse verhindert werden, dass junge Menschen wieder "solchem Sirenengesang" nachlaufen würden, mahnte der Papst vor rund 100.000 Gläubigen.

Vor genau 75 Jahren - am 23. September 1943 - hatten die deutschen Besatzer das letzte der beiden jüdischen Ghettos in der Altstadt von Vilnius geräumt. Diejenigen Bewohner, die nicht schon zuvor in nationalsozialistische Vernichtungslager transportiert worden waren, wurden deportiert oder erschossen.

Fast alle wurden ermordet

Vor dem Zweiten Weltkrieg waren 40 Prozent der Einwohner von Vilnius Juden. Während der deutschen Besatzung zwischen 1941 und 1944 ermordeten die Nationalsozialisten und die einheimischen Helfer mehr als 90 Prozent aller damals rund 200.000 in Litauen lebenden Juden. 

Der Papst will an diesem Sonntag das ehemalige Ghetto in Vilnius besuchen. In der litauischen Hauptstadt wird der Pontifex zudem das Museum in der ehemaligen Zentrale des sowjetischen Geheimdienstes KGB besichtigen und im stillen Gedenken an die Opfer totalitärer Systeme verharren.

Am Montag reist Franziskus weiter nach Lettland. Mit einem Besuch in Estland endet die Reise am Dienstag.

haz/kle (dpa, afp, kna)

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