Palästinenserpräsident Abbas gibt Juden Schuld am Holocaust | Aktuell Welt | DW | 01.05.2018
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Antisemitismus

Palästinenserpräsident Abbas gibt Juden Schuld am Holocaust

Palästinenserpräsident Abbas sorgt mit einer antisemitischen Rede für Entsetzen: Die Juden seien selbst Schuld am Holocaust. Ganz neu sind die Worte von Abbas nicht. Schon in den 80-er Jahren hat er ähnliches gesagt.

Der Holocaust sei nicht durch Antisemitismus ausgelöst worden, sondern durch das "soziale Verhalten" der Juden, wie das Verleihen von Geld, sagte Abbas (Artikelbild Mitte) nach Angaben der Nachrichtenagentur Wafa in Ramallah. Der 83-Jährige versuchte außerdem erneut zu belegen, dass das jüdische Volk keine historischen Wurzeln im Heiligen Land habe.

Einen Deal mit Hitler habe es gegeben

Stattdessen habe Adolf Hitler die Einwanderung von Juden ins historische Palästina durch einen Deal zwischen dem deutschen Wirtschaftsministerium und der Anglo-Palestine Bank unterstützt, sagte Abbas in der Rede vor dem Palästinensischen Nationalrat. Dadurch hätten Juden bei der Einwanderung all ihr Vermögen durch die Bank mitnehmen können.

Bereits im Januar hatte der Palästinenserpräsident in einer umstrittenen Rede Israel als "koloniales Projekt" bezeichnet, "das nichts zu tun habe mit Juden. Die Juden wurden stattdessen als Werkzeug benutzt". Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hatte die Rede im Januar scharf kritisiert. Abbas habe "genau das gesagt, was dazu geführt hat, dass er vor Jahren des Antisemitismus und der Holocaust-Leugnung beschuldigt wurde".

Die Existenz Israels anerkennen

Abbas versuchte allerdings, seine erneuten antijüdischen Äußerungen etwas zu entschärfen. Er betonte: "Ich sage hier aber nicht, dass Israel entfernt werden sollte. Israel existiert, und alles was ich will, ist ein Staat, so dass wir zusammen in Frieden leben können."

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Schon in seiner Anfang der 1980-er Jahre vorgelegten Doktorarbeit hatte Abbas den Holocaust relativiert und der zionistischen Bewegung vorgeworfen, sie habe mit dem Hitler-Regime kollaboriert. 2014 hatte er sich dagegen anders geäußert. Damals hatte er gesagt, die Judenvernichtung während des Holocaust sei das "schlimmste Verbrechen der Neuzeit". Durch den Holocaust wurden unter der Herrschaft der deutschen Nationalsozialisten sechs Millionen Juden ermordet.

haz/uh (dpa, ap)

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