″Ocean Viking″ rettet wieder Migranten | Aktuell Europa | DW | 13.10.2019
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Migration

"Ocean Viking" rettet wieder Migranten

Vor der Küste Libyens haben Helfer des zivilen Rettungsschiffs "Ocean Viking" insgesamt 176 Menschen an Bord geholt. Andere Flüchtlinge erreichten Italien. Die neue Innenministerin dort kündigte eine Initiative an.

«Ocean Viking» weiter Bootsflüchtlinge an Bord (picture-alliance/dpa/AP/R. Brito)

Migranten warten auf die Rettung durch die "Ocean Viking" (Archiv)

Die 176 Migranten waren mit ihren zwei Schlauchbooten auf dem Mittelmeer in Seenot geraten, wie die Hilfsorganisation SOS Méditerranée via Twitter mitteilte. Von einem Boot seien 74 Menschen gerettet worden. "Obwohl sie von der gefährlichen Flucht erschöpft sind, scheinen alle Überlebenden so weit stabil", hieß es weiter. Von einem zweiten Schiff wurden später 102 Migranten, darunter vier Schwangere und neun Kinder, aufgenommen. Die "Ocean Viking" wird von SOS Méditerranée und von Ärzte ohne Grenzen betrieben.

Die tunesische Küstenwache brachte ein Boot mit Flüchtlingen auf, das in der tunesischen Hafenstadt Sfax gestartet war. Die Besatzung zwang die Migranten, wieder Kurs auf die Küste zu nehmen. 25 Flüchtlinge, die ins Mittelmeer gesprungen waren, wurden aus dem Wasser gerettet.

Unterdessen erreichten weitere Migranten mit drei kleinen Booten italienisches Territorium. Wie die Nachrichtenagentur ANSA meldete, wurden insgesamt 26 Menschen auf der Insel Lampedusa in Empfang genommen. Ein drittes Boot mit 15 tunesischen Migranten kam an der südlichen Küste von Sizilien an.

Ungeachtet diplomatischer Bemühungen gibt es in Europa nach wie vor keinen Verteilmechanismus für die Bootsflüchtlinge. Vor allem Griechenland, Italien und Zypern, wo die meisten Migranten zuerst an Land gehen, drängen darauf, dass die Menschen auch in andere EU-Länder verteilt werden. Die Flüchtlingslager der drei Länder sind hoffnungslos überfüllt. Zivile Schiffe mit Migranten an Bord mussten daher stets länger auf dem Meer ausharren, ehe sie einen Hafen anlaufen durften.

Flüchtlingslager in Lampedusa (picture-alliance / dpa)

Migranten in einem Flüchtlingslager auf Lampedusa (Archiv)

Italiens Innenministerin will mit Hilfsorganisationen reden

Italiens neue Innenministerin Luciana Lamorgese kündigte nun in einem Interview der Zeitung "Corriere della Sera" einen Dialog mit Hilfsorganisationen an. Es solle bald ein Treffen geben. Dabei werde es unter anderem um den Verhaltenskodex für die NGOs gehen, der bereits seit 2017 besteht. Mehrere Organisationen, darunter Ärzte ohne Grenzen, unterzeichneten seinerzeit den Kodex nicht, da er humanitären Prinzipien widerspreche.

Lamorgeses rechter Vorgänger Matteo Salvini hatte den Dialog mit Hilfsorganisationen ausgesetzt und sie der Schlepperei beschuldigt.

se/kle (dpa, ap)

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