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GesellschaftNorwegen

Norwegen: Sieben Jahre Haft für Marius Borg Høiby gefordert

18. März 2026

Im Prozess gegen Marius Borg Høiby verlangt die Staatsanwaltschaft mehrjährige Haft. Die schweren Vorwürfe gegen den Sohn der Kronprinzessin Mette-Marit setzen das norwegische Königshaus weiter unter Druck.

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Norwegen Oslo 2022 | Marius Borg Høiby (links) und Kronprinzessin Mette-Marit
Der Sohn der Kronprinzessin Mette-Marit, Marius Borg Høiby, soll wegen seiner Taten für mehrere Jahre ins Gefängnis (Archivbild)Bild: Lise Aserud/NTB/AP Photo/picture alliance

Im Prozess gegen den ältesten Sohn der norwegischen Kronprinzessin hat die Staatsanwaltschaft in Oslo sieben Jahre und sieben Monate Haft für Marius Borg Høiby gefordert. Høiby zeigte keine Regung bei der Strafmaßforderung. Als Höchststrafe drohen ihm bis zu 16 Jahre Haft. 

Staatsanwalt Sturla Henriksbø forderte, Mette-Marits Sohn in 39 von 40 Anklagepunkten zu verurteilen. Lediglich für einen Verstoß gegen ein Kontaktverbot solle Høiby freigesprochen werden. In diesem Fall soll er seine Ex-Freundin trotz des Verbots versehentlich angerufen haben. 

Der Skandal hat dem Ruf des norwegischen Königshauses ernsthaft geschadet. Er begann, als Hoiby am 4. August 2024 in Oslo wegen mutmaßlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung in der Wohnung seiner damaligen Freundin festgenommen wurde.

Norwegen Oslo 2026 | Prozess gegen Marius Borg. Staatsanwalt Sturla Henriksbø (rechts)
Staatsanwalt Sturla Henriksbø (rechts) hielt das PlädoyerBild: Ole Berg-Rusten/NTB/AFP/Getty Images

Der Vorwurf: mehrere Vergewaltigungen 

Im Zuge der Ermittlungen zu diesem Vorfall kamen zahlreiche andere mutmaßliche Straftaten ans Licht. Nachdem die Ermittler Videos auf seinem Handy und seinem Laptop gesichtet hatten, wurde Høiby der Vergewaltigung von vier Frauen beschuldigt, die sich nicht wehren konnten. Keiner der vier Frauen war laut Anklage bewusst, was ihr widerfahren war, bis die Polizei ihnen die Videos zeigte und sie über die mutmaßliche Straftat informierte.

Die mutmaßlichen Vergewaltigungen wurden alle nach feuchtfröhlichen Parties begangen, bei denen Høiby Alkohol und Drogen konsumiert hatte, und nachdem es zunächst einvernehmlichen Sex gegeben hatte. Eine Vergewaltigung soll im Keller der Residenz von Kronprinz Haakon und Mette-Marit stattgefunden haben, während beide zu Hause waren. In Mittelpunkt des Prozesses stand die Frage, ob Høibys Opfer in der Lage waren, einvernehmlichem Sex zuzustimmen.

Norwegen Oslo 2026 | Gericht für den Prozess gegen Marius Borg Høiby
In diesem Gericht in Oslo findet der Prozess gegen Marius Borg Høiby stattBild: Julia Wäschenbach/dpa/picture alliance

Opfer glaubwürdiger als Høiby

Staatsanwalt Henriksbø hatte den mutmaßlichen Opfern in seinem Plädoyer eine größere Glaubwürdigkeit zugesprochen als Høiby. Dieser hatte während des sechs Wochen langen Prozesses häufig angegeben, sich nicht genau erinnern zu können.

Während der Sohn der norwegischen Kronprinzessin sich am vergangenen Freitag selbst als "Monster" in der öffentlichen Wahrnehmung und "Hassobjekt von ganz Norwegen" bezeichnet hatte, hatte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer klargestellt, dass Høiby ein Mensch wie jeder andere sei und nicht dafür bestraft werden solle, wer er sei, sondern was er getan habe.

Høiby macht Medien für schwierige Kindheit verantwortlich 

Mette-Marits Sohn hatte während der vergangenen Wochen immer wieder darüber gesprochen, wie sehr es ihn seit seiner frühen Kindheit belastet habe, unfreiwillig in der Öffentlichkeit zu stehen. Høiby war noch ein Kleinkind, als seine Mutter den norwegischen Kronprinzen Haakon heiratete. Mehrfach klagte Høiby die Presse bitter dafür an, ihn verfolgt und bloßgestellt zu haben, während er seine Mutter und seinen Stiefvater Haakon in Schutz nahm. 

Flash-Galerie Königliche Hochzeiten
Mette-Marit und Haakon heirateten im August 2001 in Oslo - Marius Borg Høiby war damals vier Jahre altBild: AP

Den Prozess musste der 29-Jährige ohne seine Familie durchstehen: Das Kronprinzenpaar sowie Høibys Halbgeschwister, Prinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus, blieben der Verhandlung fern.

Norwegische Königsfamilie im Fokus

Die Vorwürfe gegen Høiby sind nicht der einzige Skandal, der die norwegische Königsfamilie derzeit belastet. Mette-Marit muss seit Wochen harte Kritik für ihre enge Freundschaft mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein einstecken.

Außerdem hat sich ihr Gesundheitszustand noch einmal verschlechtert, wie der norwegische Hof am Dienstag mitteilte. Die Kronprinzessin leidet unter einer seltenen Form der chronischen Krankheit Lungenfibrose und benötigt eine neue Lunge. Seit Ende Januar hat sich die 52-Jährige nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt.

Deutschland Berlin 2024 | Kronprinzessin Mette Marit besucht Feier zum 25 jährigen Jubiläum nordischer Botschaften
Kronprinzessin Mette-Marit ist gesundheitlich schwer angeschlagen - hier ein Foto aus dem Jahr 2024Bild: Jens Kalaene/dpa/picture alliance

Die Situation für die Royals dürfte sich absehbar nicht entspannen: Die Norweger warten immer noch darauf, dass sich die Kronprinzessin ausführlich zu ihrem Epstein-Kontakt erklärt. Und in einigen Wochen oder gar Monaten steht das Urteil gegen Marius Borg Høiby an. Dann wird sich zeigen, ob das Gericht dem Wunsch der Staatsanwaltschaft nachkommt und ihn für lange Zeit hinter Gitter bringt.

as/jj (dpa, afp, rtr)

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