Nordkoreas Machthaber Kim beendet China-Besuch | Aktuell Asien | DW | 09.01.2019
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Diplomatie

Nordkoreas Machthaber Kim beendet China-Besuch

Kaum da, schon wieder weg: Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat in seinem grünen Sonderzug wieder die Heimreise angetreten. Über das, was er in Peking besprach, wird viel spekuliert.

China Besuch Kim Jong Un, Diktator Nordkorea | mutmaßlicher Zug Kim Jong Un (Reuters/J. Lee)

Der Zug Kims auf dem Bahnhof in Peking

Wann geht es weiter mit der nuklearen Abrüstung Nordkoreas? Wann enden die Sanktionen für das isolierte Land? Wann trifft sich der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un wieder mit US-Präsident Donald Trump? Auf all diese Fragen hätten Beobachter gerne konkrete Antworten, doch auch jetzt gab es wieder nur Andeutungen. Kim hatte ein weiteres Mal den Schulterschluss mit dem mächtigen (und nahezu einzigen) Verbündeten China gesucht und eine Besuchseinladung nach Peking  angenommen. Am Ende wusste niemand mehr als vorher.

Noch schnell eine Fabrik besichtigt

Inzwischen hat der grüne Sonderzug des Gastes aus Nordkorea die chinesische Hauptstadt wieder verlassen. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, hatte Kim am Morgen noch eine Pharmafirma in Peking besucht. Im Anschluss stand ein Mittagessen mit Chinas Präsidenten Xi Jinping auf dem Programm. Bereits am Vorabend hatte sich Kim zu einem einstündigen Gespräch mit dem chinesischen Staats- und Parteichef getroffen. Was genau besprochen wurde, ist unklar. Yonhap verbreitete etwas von einem "Ausbau der bilateralen Beziehungen". In Agenturberichten war die Rede davon, die beiden Staatsführer hätten die Perspektiven für ein neues Treffen Kims mit Trump erörtert.

China Besuch Kim Jong Un, Diktator Nordkorea | Konvoi (picture-alliance/AP Photo/A. Wong)

Vorfahrt! Kims Limousine in Peking

Nach dem aufsehenerregenden Treffen im Juni in Singapur zwischen den beiden Politikern geht es bei der nuklearen Abrüstung nicht so wirklich voran. Trotzdem wird erwartet, dass der US-Präsident dem nordkoreanischen Diktator in den kommenden Wochen erneut begegnen wird. Ort und Zeitpunkt sollen "möglicherweise in nicht allzu ferner Zukunft verkündet" werden, hatte Trump selbst am Sonntag in Washington gesagt.

Das Geburtstagskind

Der seit dem vergangenen Jahr bereits vierte Besuch Kims in Peking zeigt, wie sehr sich Nordkorea und China wieder angenähert haben. Mit den Atom- und Raketentests Nordkoreas war das Verhältnis 2017 zwar erschüttert worden. Dann leitete Kim die Annäherung an Südkorea ein und ließ seine Provokationen zunächst bleiben.

Ri Sol Ju (picture-alliance/Yonhap)

Kim und seine Frau Ri Sol Ju (Archivbild)

In seiner Neujahrsansprache vor einer Woche  hatte der nordkoreanische Machthaber mit einer Abkehr vom Annäherungskurs gedroht, sollten die USA an ihren Sanktionen festhalten. Er bekräftigte in seiner Rede zwar die Absicht zur atomaren Abrüstung und Fortsetzung der Gipfeldiplomatie. Doch warf er Washington vor, Zusagen nicht einhalten und Pjöngjang einseitige Abrüstungsschritte abpressen zu wollen.

In einem Punkt gab es während des Besuchs Kims in Peking Klarheit. Südkoreanischen Angaben zufolge hatte der nordkoreanische Führer, der von seiner Frau Ri Sol Ju nach China begleitet wurde, am Dienstag Geburtstag. Ob er nun 35 oder 36 Jahre alt wurde, darüber gehen die Angaben dann schon wieder auseinander.  

ml/mak (dpa, rtr)

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