Nordkorea will Pompeo von Atomgesprächen ausschließen | Aktuell Welt | DW | 18.04.2019
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Atom-Konflikt

Nordkorea will Pompeo von Atomgesprächen ausschließen

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un möchte in Fragen der Atompolitik nicht länger mit dem Außenminister der USA verhandeln. Mike Pompeo sei nicht "reif" genug, um die festgefahrenen Gespräche voranzubringen.

Sollten die festgefahrenen Gespräche zur umstrittenen Atompolitik Nordkoreas wieder aufgenommen werden, fordert Machthaber Kim Jong Un einen anderen Gesprächspartner als US-Außenminister Mike Pompeo. Es bräuchte jemanden, der "vorsichtiger und reifer" kommunizieren könne, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. 

 "Ich fürchte, dass sich die Gespräche weiter festfahren, wenn Pompeo weiter an den Verhandlungen beteiligt ist", erklärte der für US-Angelegenheiten im nordkoreanischen Außenministerium zuständige Direktor Kwon Jong Gun.

Keiner könne die Entwicklung auf der koreanischen Halbinsel vorhersehen, wenn die USA nicht den Hauptgrund abschafften, der die Regierung in Pjöngjang dazu bewogen habe, ihr Atomprogramm zu entwickeln, zitiert die Agentur KCNA einen hochrangigen Vertreter des Außenministeriums. Detaillierter ging er nicht darauf ein.

Kim Jong Un und Mike Pompeo (picture alliance/AP Photo)

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un (l.) und US-Außenminister Mike Pompeo (r.) bei einem Treffen in Nordkorea im vergangenen Oktober

Es ist nicht das erste Mal, dass Nordkorea Pompeo kritisiert. Bei einem Treffen mit Regierungsvertretern in Pjöngjang im vergangenen Juli beschwerte sich Kim Jong Un über Pompeos "verbrecherisches" Verhalten in Bezug auf die Abrüstung Nordkoreas. In einer Anhörung durch ein Senats-Komitee in den Vereinigten Staaten hatte Pompeo Kim Jong Un als "Tyrann" bezeichnet.

Kim hatte zuletzt den USA Bedingungen für ein drittes Gipfeltreffen mit Präsident Donald Trump zur Lösung des Atomkonflikts gestellt. Trump und Kim hatten sich erstmals im Juni 2018 in Singapur getroffen.

Bei dem ersten Gipfel eines US-Präsidenten mit einem nordkoreanischen Machthaber hatte Kim seine grundsätzliche Bereitschaft zur atomaren Abrüstung erklärt. Ein zweiter Gipfel im Februar in Hanoi wurde abgebrochen. Nordkorea meldete am Mittwoch den Test einer neuen "taktischen Lenkwaffe". Experten werten dies als Versuch, Druck auf die USA in den Gesprächen auszuüben.

Putin will Kim noch im April treffen

Unterdessen konkretisierten sich die Pläne für ein Treffen von Kim mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der Kreml teilte mit, Putin und Kim würden sich noch in diesem Monat auf russischem Boden begegnen. Die Präsidialverwaltung hatte die Vorbereitungen für eine solche Zusammenkunft auf Einladung Putins bereits vor Tagen bestätigt. Einmal mehr gab es aber Angaben weder zum Ort noch zum Zeitpunkt des Treffens. Russische Medien berichteten, dass das Treffen in Wladiwostok im äußersten Osten Russlands und damit in der Nähe der nordkoreanischen Grenze vorbereitet werde. Als mögliche Termine wurden der 23. oder 24. April genannt. Bestätigt ist das aber nicht.

Moskau ist dafür, die Sanktionen gegen Nordkorea im Gegenzug für ein Entgegenkommen Pjöngjangs beim umstrittenen Atomprogramm zu lockern. Aktuell geht es nach russischen Medienangaben darum, dass Zehntausende nordkoreanische Gastarbeiter das Land verlassen müssten.

ach/se/kle (afp, rtr, dpa)

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