Nordkorea testet wieder Raketen | Aktuell Welt | DW | 31.10.2019
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Korea-Konflikt

Nordkorea testet wieder Raketen

Wochen nach dem unklaren Ausgang von Gesprächen mit den USA über sein Atomprogramm hat Nordkorea seine Waffentests fortgesetzt. Zwei "unbekannte Projektile" wurden Richtung offenes Meer abgefeuert.

Nordkorea Raketentest (Reuters/H. Ran)

Ein Bericht über den Raktentest im südkoreanischen Fernsehen

Mit häufigen Raketentests scheint Nordkorea nicht nur technische Fortschritte zu erzielen, sondern auch ein Druckmittel gegen die USA in der Hand haben zu wollen. Nun hat das ostasiatische Land erneut zwei Raketen getestet, die ins Meer zwischen der koreanischen Halbinsel und Japan gestürzt sind.

Die "nicht identifizierten Geschosse" seien von der Provinz Süd-Phyongan im Zentrum Nordkoreas aus abgefeuert worden, teilte das südkoreanische Militär mit. Nordkorea bestätigte den Bericht. Der Test einer Mehrfach-Raketenabschussrampe sei erfolgreich verlaufen. Machthaber Kim Jong Un habe sich zufrieden gezeigt und den Verantwortlichen gratuliert, berichtet die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA.

Japans Verteidigungsministerium ging davon aus, dass Nordkorea zwei ballistische Kurzstreckenraketen abgefeuert hat. Tests unter Verwendung ballistischer Raketentechnik sind Nordkorea durch UN-Resolutionen untersagt. Dennoch hatte Nordkorea bereits in den vergangenen Monaten mehrfach Raketen einschließlich ballistischer Flugkörper getestet.  

Südkorea und Japan sehen sich bedroht

Neue Atomgespräche auf Arbeitsebene zwischen Nordkorea und den USA waren am 5. Oktober in Schweden ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen. Die kommunistische Führung in Pjöngjang fordert unter anderem eine Lockerung der internationalen Sanktionen. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un forderte von Washington, bis Ende dieses Jahres neue Vorschläge zu machen, die für beide Seiten akzeptabel seien. 

Der Nationale Sicherheitsrat in Südkorea äußerte seine "starke Besorgnis" wegen des neuen Waffentests. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe verurteilte Nordkoreas Vorgehen. Japan müsse "seine Vorwarn- und Überwachungsaktivitäten mehr denn je stärken", sagte Abe in Tokio. 

Nordkorea treibt seit Jahren die Entwicklung von ballistischen Raketen voran. Solche Raketen sind in aller Regel Boden-Boden Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können. 

 


      Nach Angaben der südkoreanischen Armee waren am Donnerstag aus der nordkoreanischen Provinz Süd-Pyongan zwei Kurzstrecken-Geschosse abgefeuert worden. Die Raketen flogen demnach rund 370 Kilometer weit und stürzten ins Meer.
      Es war der erste Raketenabschuss seit dem 2. Oktober, als Pjöngjang in einem provokativen Schritt eine Rakete aus Gewässern vor der Küste abgefeuert hatte. Die Fähigkeit, U-Boot-gestützte Raketen abzufeuern, würde das militärische Gleichgewicht in der Region verändern.
      Beobachtern zufolge zeigt der Raketentest vom Donnerstag die Frustration Nordkoreas über den Mangel an Zugeständnissen in den Atomverhandlungen mit den USA. In den Atomgesprächen zwischen Washington und Pjöngjang herrscht derzeit Stillstand.
 

ie/sti (dpa,rtr)

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