Niersbach bleibt DFB-Chef | Fußball | DW | 25.10.2013
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Fußball

Niersbach bleibt DFB-Chef

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach ist wie erwartet auf seinem Posten bestätigt worden. Auf dem Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes kritisierte Niersbach die WM-Vergabe 2022 an Katar scharf.

Wolfgang Niersbach bleibt bis 2016 Präsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB). Der 62-Jährige wurde beim DFB-Bundestag in Nürnberg wie erwartet einstimmig für drei weitere Jahre auf seinem Posten bestätigt. Niersbach war der einzige Kandidat. "Ich verspüre mehr Lust als Last, viel mehr Freude als manchmal Frust", sagte der alte und neue DFB-Chef zu den 253 Delegierten aus den Regional- und Landesverbänden. Seine Wiederwahl wertete Niersbach auch als Zustimmung zu seinem Führungsstil: "Ich bin Teamplayer und fühle mich nicht als Machtmensch." Niersbach kündigte an, der DFB werde "den Kampf gegen Wettmanipulation, Doping, Gewalt, Extremismus und jede Form von Diskriminierung intensivieren". Der langjährige DFB-Mediendirektor hatte im März 2012 Theo Zwanziger als Präsident abgelöst. Der Deutsche Fußball-Bund ist mit gut 6,8 Millionen Mitgliedern der weltweit größte Sport-Fachverband.

"Menschenunwürdige" Arbeitsbedingungen in Katar

Niersbach kritisierte beim DFB-Bundestag die Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 an Katar mit deutlichen Worten. Die WM im Golfstaat sei zu einer "Belastung für den ganzen Fußball" geworden, sagte der DFB-Präsident. Eine Verlegung des umstrittenen Turniers in den Winter sei alternativlos. "Die FIFA muss bis zum Jahreswechsel 2014/2015 Antworten geben auf viele brennenden Fragen." Dazu gehörten auch die - so Niersbach wörtlich - "politische Einflussnahme" bei der Vergabe an Katar sowie die "menschenunwürdigen" Arbeitsbedingungen in dem Emirat. "Wir werden die Augen davor nicht verschließen", sagte Niersbach. Er sprach von eine gemeinsamen Initiative mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und internationalen Gewerkschaftern, um die Vorwürfe gegen Katar zu klären. Laut Medienberichten sollen an den WM-Baustellen allein in diesem Sommer 44 Gastarbeiter aus Nepal gestorben sein. Auch Reinhard Rauball, Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL), prangerte die Verhältnisse in Katar an: "Es ist klar, eine WM darf nicht auf einem System aufbauen, das sklavenähnlich ist."

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