News kompakt: Siemens investiert in deutschen KI-Sektor
1. Juli 2026
In den kommenden Jahren will die Siemens AG massiv in Technologien rund um Rechenzentren für Künstliche Intelligenz investieren. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks (BR) sind mehrere Standorte im Großraum Frankfurt am Main vorgesehen. In der Region im westdeutschen Bundesland Hessen sollen 700 neue Arbeitsplätze entstehen. Laut dem BR-Bericht will der Münchener Technologiekonzern zudem in Offenbach eine neue Fabrik bauen.
An den Standorten sollen neuartige Schaltanlagen gefertigt werden, die auf den enormen Energiebedarf von Rechenzentren ausgerichtet sind. Insgesamt seien Investitionen in Höhe von 300 Millionen Euro geplant. Demnach sieht Siemens diese Aufwendungen an seinem deutschen Heimatstandort als Teil einer Erweiterung seiner globalen Kapazitäten.
Hoffnungsschimmer in Venezuela
Sechs Tage nach dem verheerenden Doppel-Erdbeben in Venezuela ist ein Dreijähriger in der Hauptstadt Caracas lebend aus den Trümmern geborgen worden. Das teilten jordanische Rettungskräfte mit, die in dem südamerikanischen Land helfen. Der Junge habe vor Ort Erste Hilfe erhalten und sei in ein Krankenhaus gebracht worden.
Nach Angaben des Präsidenten der venezolanischen Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, ist die Zahl der Toten auf mindestens 1943 gestiegen. Laut UN werden noch Tausende vermisst. Vergangenen Mittwoch war es innerhalb einer Minute zu zwei heftigen Beben gekommen. Die Erdstöße hatten eine Stärke von 7,2 und 7,5, es gab Dutzende Nachbeben. Wie Rodríguez mitteilte, wurden 855 Gebäude vollständig zerstört oder schwer beschädigt. Die NASA, die Weltraumagentur der USA, geht nach einer Analyse von Satellitenbildern von vermutlich 58.000 zerstörten Häusern aus.
Proteste gegen Migration in Südafrika
Tausende Südafrikaner sind landesweit bei fremdenfeindlichen Demonstrationen auf die Straße gegangen, um die Ausweisung von illegalen Migranten zu verlangen. Sie folgten damit der Aufforderung eines Bündnisses aus kleineren Parteien und Bürgerinitiativen, das Ausländern ohne gültige Papiere eine inoffizielle Frist bis zum 30. Juni für die Ausreise gesetzt hatte. Südafrikas Regierung hatte massive Sicherheitsmaßnahmen angeordnet.
Trotz Festnahmen und versuchter Plünderungen sprach die Polizei von einer weitgehend friedlichen Lage. Nach teils gewaltsamen Unruhen ist die Stimmung in Südafrika seit Wochen angespannt. Bei ausländerfeindlichen Ausschreitungen kamen mindestens vier Menschen ums Leben, ein Malawier, zwei Mosambikaner und ein Äthiopier. Südafrika ist eines der wohlhabendsten Länder des Kontinents und zieht viele Arbeitsmigranten an, während es selbst mit einer Arbeitslosenquote von mehr als 30 Prozent und hohen Verbrechenszahlen zu kämpfen hat.
Kritik an deutscher Entwicklungspolitik
Deutschlands Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan hat Zweifel, dass die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung, kurz SDG, wie geplant im Jahr 2030 umgesetzt werden können. Es sei zwar viel erreicht worden, sagte Alabali Radovan der Deutschen Welle. Doch die zahlreichen Krisen der vergangenen Jahre seien nicht vorhersehbar gewesen und hätten die Arbeit an den SDG beeinträchtigt. Deutschland sei im Umgang mit dem Globalen Süden nach wie vor zu eurozentrisch, kritisierte die Ministerin anlässlich des Arbeitsauftakts der von der Bundesregierung eingesetzten Nord-Süd-Kommission.
Geleitet wird das entwicklungspolitische Gremium von Ex-Kanzler Olaf Scholz und der früheren Präsidentin von Costa Rica, Laura Chinchilla. Die Kommission soll unabhängig arbeiten und rund 20 Mitglieder umfassen, unter anderem aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. 2027 sollen erste Zwischenergebnisse vorgelegt werden, 2028 dann ein Abschlussbericht.
EU-Ratspräsidentschaft geht von Zypern an Irland
Für sechs Monate leitet ab jetzt Irland den Rat der Europäischen Union. Mit der Ratspräsidentschaft spielt das westeuropäische Land für das zweite Halbjahr eine wichtige Rolle in der Gesetzgebung der EU.
Die irische Regierung will in dieser Zeit die Geschlossenheit der Europäischen Union stärken, um vor allem in Wettbewerbs-, Werte- und Sicherheitsfragen voranzukommen. Viele Themen übernimmt Irland darüber hinaus von der vorherigen Präsidentschaft Zyperns. Der Rat der Europäischen Union ist eines der zentralen Gesetzgebungsorgane der EU. In dem Gremium sind die Regierungen aller 27 Mitgliedstaaten vertreten.
Sightseeing im Kölner Dom kostet 12 Euro
Ab diesem Mittwoch müssen Touristen für den Kölner Dom Eintritt zahlen. Deutschlands bekannteste Kathedrale in der Millionenstadt Köln im Bundesland Nordrhein-Westfalen verlangt dann eine Zugangsgebühr von 12 Euro.
Es gibt Ermäßigungen und Ausnahmen, etwa für Kinder und Menschen mit Schwerbehinderung. Gratis eintreten dürfen Besucher, die an einem Gottesdienst teilnehmen, eine Kerze anzünden oder beten wollen. Sie erhalten jedoch nur zu bestimmten Bereichen Zugang. Zahlende Gäste können hingegen den gesamten Kirchenraum besichtigen. Die Gruppen sollen über verschiedene Eingänge des Kölner Doms auseinandergehalten werden. Laut Dompropst Guido Assmann sollen mit der Gebühr Pflege, Schutz und Betrieb der Kathedrale auch in Zukunft sichergestellt werden. Seit Jahren verursacht das Riesenbauwerk immer wieder rote Zahlen in Millionenhöhe.
AR/pg (afp, dpa, rtr, epd, kna, DW, BR)
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