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PolitikGlobal

News kompakt: Proteste und Krawall überschatten WM-Auftakt

12. Juni 2026

Die Fußballweltmeisterschaft der Männer hat begonnen - aber nicht reibungslos. Der SpaceX-Börsengang macht Elon Musk zum Billionär. Der DW-Nachrichtenüberblick.

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Mexiko Mexiko-Stadt 2026 | Polizisten mit Schilden vor dem Estadio Azteca bei Protest am WM-Eröffnungstag (11.06.2026)
Polizeiaufgebot vor dem Aztekenstadion in Mexiko-StadtBild: Fred Ramos/REUTERS

Mit einer großen Show im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt hat die Fußballweltmeisterschaft der Männer in Nordamerika begonnen. Im anschließenden Auftaktspiel besiegte Gastgeber Mexiko das Team aus Südafrika mit 2:0.

Im Umfeld des Stadions kam es zu Protesten und auch Krawall. Demonstranten forderten Gerechtigkeit für mehr als 130.000 Vermisste, die vermutlich Opfer von Drogenkartellen wurden. Auch die seit Tagen demonstrierenden Lehrer waren bei den Protesten wieder dabei. Als das Spiel begann, durchbrachen einige Demonstranten die Absperrungen und lieferten sich am Stadion Handgemenge mit Sicherheitskräften. Die mexikanische Polizei setzte Tränengas ein und brachte berittene Polizisten in Stellung. Die Fußball-WM läuft noch bis zum 19. Juli. Sie wird von Mexiko, Kanada und den USA gemeinsam ausgerichtet.

SpaceX-Börsengang macht Elon Musk zum Billionär

An der Wall Street in New York kommt es zum größten Börsengang in der Geschichte der USA. Die Weltraumfirma SpaceX von Tech-Unternehmer Elon Musk verkauft ab diesem Freitag Aktien zum Ausgabepreis von 135 US-Dollar pro Stück. Das Unternehmen verspricht sich Einnahmen in Höhe von 75 Milliarden Dollar und steigert seinen Gesamtwert damit auf 1,77 Billionen Dollar - umgerechnet mehr als anderthalb Billionen Euro. Musk dürfte damit der weltweit erste Billionär werden.

China Peking 2026 | Elon Musk mit einem Was-kann-ich-dafür-Ausdruck (14.05.2026)
SpaceX-Gründer Musk (Archivbild)Bild: Mark Schiefelbein/AP Photo/picture alliance

Die Trägerraketen von SpaceX kommen bei der US-Raumfahrtagentur NASA zum Einsatz. Zum Unternehmen gehört auch das Internet-Satellitennetzwerk Starlink. Wegen Milliarden-Investitionen in Künstliche Intelligenz schrieb Musks Konzern zuletzt allerdings rote Zahlen.

Umstrittene Exekutionsmethode in Alabama

Das Oberste Gericht der USA hat eine Hinrichtung mittels Stickstoff gestoppt. Im Bundesstaat Alabama darf ein Todesurteil nun nicht auf diese Weise vollstreckt werden. Die Entscheidung des Supreme Courts in Washington fiel buchstäblich in letzter Minute. Eine untere Instanz hatte zuvor geurteilt, dass die Methode wahrscheinlich verfassungswidrig sei, weil sie zu großen Schmerzen führen könne. Ursprünglich sollte die Hinrichtung des zum Tode verurteilten Raubmörders bereits am Donnerstag stattfinden.

Das Urteil des Obersten Gerichts betrifft nur diese Exekution und ist kein generelles Verbot der Stickstoffmethode. Dabei werden auf einer Trage gefesselte Verurteilte gezwungen, mit einer Maske Stickstoff einzuatmen. Der Tod tritt durch Sauerstoffmangel ein. Die meisten Exekutionen in den USA werden durch Injektionen ausgeführt. Zulässig sind auch Hinrichtungen mit Strom und durch Erschießen.

Neuordnung der EU-Asylpolitik ist in Kraft

Von diesem Freitag an gelten europaweit neue Regeln im Umgang mit Geflüchteten. Die auf EU-Ebene jahrelang verhandelte Reform des Asylrechts soll Migration besser steuern und konsequentere Abschiebungen ermöglichen. Asylverfahren sollen künftig in den Ländern der Europäischen Union einheitlicher und schneller ablaufen.

Deutschland Berlin 2026 | Friedrich Merz am Rednerpult bei der 83. Sitzung des Deutschen Bundestages (11.06.2026)
Bundeskanzler Merz bei seiner Regierungserklärung im Bundestag (am Donnerstag)Bild: Marco Bader/HMB Media/picture alliance

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, das reformierte Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) "leiste sichere Außengrenzen, Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten und effizientere Asyl- und Rückkehrverfahren". Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte am Donnerstag, die Reform sei "der bedeutendste Schritt zur Lösung des Problems". Die Migrationswende sei eingeleitet - "national und europäisch". Es gebe bereits einen klaren Rückgang der "irregulären Migration", so Merz.

Papst Leo fordert Respekt und Schutz für Migranten

Der Papst hat Europa davor gewarnt, sich an den Tod von Migranten auf den Fluchtrouten über das Meer zu gewöhnen. Bei einem Besuch am Hafen von Arguineguín auf Gran Canaria gedachte Leo XIV. denjenigen, die beim Versuch ums Leben kamen, die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln auf dem Seeweg zu erreichen.

Spanien Gran Canaria 2026 | Papst Leo XIV. betet vor Kreuz aus Holz von Migrantenbooten (11.06.2026)
Papst Leo XIV. bei der Gedenkveranstaltung im Hafen von Arguineguín (am Donnerstag)Bild: Simone Risoluti/Vatican Media/REUTERS

Der Papst mahnte zudem Rettung und Hilfe für Menschen in Not sowie echte Zusammenarbeit im Kampf gegen Menschenhändler an. Es reiche nicht aus, Ankünfte zu verwalten, Zahlen zu verteilen, Grenzen zu verstärken oder Todesfälle zu beklagen, wenn sie bereits eingetreten seien. Das Oberhaupt der katholischen Kirche forderte "sichere und legale Wege" für Migration. Die Kanaren sind seit vielen Jahren ein zentraler Anlaufpunkt für Menschen, die von der westafrikanischen Küste aus über den Atlantik nach Europa gelangen wollen.

EZB hebt Leitzins wieder an

Erstmals seit fast drei Jahren erhöht die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins. Grund ist die stark gestiegene Inflation. Die Währungshüter setzten den Einlagensatz am Donnerstag von 2,0 auf 2,25 Prozent herauf. Über ihn steuert der EZB-Rat maßgeblich seine Geldpolitik. Auch die Tages- und Festgeldzinsen für Sparer orientieren sich daran. Durch den Krieg im Nahen Osten entstehe Druck auf die Inflation, begründete die Notenbank in Frankfurt am Main ihren Schritt. Durch die stark gestiegenen Energiekosten infolge des Iran-Kriegs lag ‌die Teuerungsrate im Euroraum zuletzt ⁠mit ⁠3,2 Prozent deutlich über dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent.

Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen in Deutschland (BGA), Dirk Jandura, hält die Zinserhöhung "zum jetzigen Zeitpunkt" für verfrüht. ‌Die deutsche ⁠Wirtschaft kämpfe ⁠mit einer schwachen Nachfrage, zurückhaltenden Investitionen und hohen Kostenbelastungen, erläuterte Jandura. Höhere Zinsen könnten die Finanzierung von Investitionen zusätzlich verteuern.

AR/se/as (dpa, afp, rtr, epd, ap)

Dieser Artikel wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.