Neue Jemen-Friedensgespräche noch in diesem Jahr | Aktuell Welt | DW | 17.11.2018
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Bürgerkrieg

Neue Jemen-Friedensgespräche noch in diesem Jahr

Der UN-Sondergesandte Griffiths will die Konfliktparteien noch in diesem Jahr in Schweden zusammenbringen. Sowohl die jemenitische Regierung als auch die Huthi-Rebellen wollen offenbar an der Konferenz teilnehmen.

Jemen | Lebensmittelausgabe (Getty Images/AFP/E. Ahmed)

Versorgung von Flüchtlingen aus der von Huthi-Rebellen kontrollierten Hafenstadt Hodeida

Die Gespräche der Bürgerkriegsparteien sollen unter Vermittlung der Vereinten Nationen stattfinden. Beide Seiten hätten ihm versichert, dass sie Friedensgespräche wollten, sagte Martin Griffiths dem UN-Sicherheitsrat in New York. Daher plane er, die Konfliktparteien "in Kürze zu versammeln und dies in Schweden zu tun". "Ich denke, dass wir kurz davor sind, die Probleme zu lösen, um dies möglich zu machen." Kommende Woche werde er zur Vorbereitung in die von den Huthi-Rebellen kontrollierte Hauptstadt Sanaa reisen.

 "Entscheidender Moment"

Martin Griffiths UN Sonderbeauftragter Jemen (Getty Images/AFP/M. Huwais)

Griffiths im September bei Verhandlungen in Sanaa

UN-Sondervermittler Griffiths bot überdies an, gemeinsam mit der Huthi-Delegation nach Schweden zu reisen, "wenn das erforderlich ist". Die jemenitische Regierung hat sich laut Griffiths zu Zugeständnissen bereit erklärt, um die Friedensgespräche zu ermöglichen, darunter Ausreiseerlaubnisse für Verletzte aus Sanaa. Außerdem stehe die Vereinbarung eines Gefangenenaustauschs zwischen den Konfliktparteien kurz bevor. "Das ist ein entscheidender Moment für den Jemen", sagte der UN-Gesandte und warnte zugleich, eine erneute Gewalteskalation würde die Friedensbemühungen gefährden. Die Beratungen in Schweden sollen noch in diesem Jahr beginnen. Die letzten direkten Gespräche zwischen den Kriegsparteien im Jemen liegen inzwischen mehr als zwei Jahre zurück.

Letzter Gesprächsversuch vor Beginn geplatzt

Im September waren Friedensgespräche zwischen Huthi-Rebellen und der international anerkannten jemenitischen Regierung, deren Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi im Exil lebt, gescheitert, bevor sie überhaupt begonnen hatten. Anders als die Regierungsdelegation waren die Huthi-Rebellen gar nicht erst in Genf angereist. Sie warfen dem Regierungslager vor, ihre Bedingungen für eine Teilnahme nicht vollständig erfüllt zu haben.

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen den vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen, die inzwischen große Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht haben, und den vom sunnitischen Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Hadi. Der Iran sieht sich als Schutzmacht der Schiiten im Jemen. Das erzkonservative sunnitische Königreich will dem vertriebenen Präsidenten Hadi wieder zur Macht verhelfen.

Größte humanitäre Krise

Als Folge des Konflikts leiden nach UN-Angaben von den rund 27 Millionen Menschen im Jemen rund acht Millionen unter Lebensmittelengpässen, 14 Millionen Menschen sind demnach akut von Hunger bedroht. Die Vereinten Nationen sprechen seit Monaten von der größten humanitären Krise weltweit. Das Deutsche Rote Kreuz geht davon aus, dass fast 15 Millionen Jemeniten keinen Zugang zu einfachster medizinischer Versorgung haben. Der Grund sei, dass mehr als die Hälfte aller Gesundheitseinrichtungen entweder keine Medikamente, Elektrizität oder Geräte mehr hätten oder beschädigt oder zerstört seien.

qu/mak (afp, dpa, rtr, kna)

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