Mutmaßlicher Islamist in Berlin wegen Anschlagsplänen festgenommen | Aktuell Deutschland | DW | 22.08.2018
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Terrorverdacht

Mutmaßlicher Islamist in Berlin wegen Anschlagsplänen festgenommen

Die Bundesanwaltschaft hat einen mutmaßlichen Islamisten festnehmen lassen, der in Deutschland einen Anschlag geplant haben soll. Der 31-jährige Russe wurde in Berlin festgenommen, wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte.

Die Festnahme des Russen Magomed-Ali C. erfolgte am Mittwoch durch Beamte des Bundeskriminalamtes mit Unterstützung der GSG 9 und des Landeskriminalamtes, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Die Ermittler durchsuchten die Wohnung des Beschuldigten. Zugrunde lag ein Haftbefehl vom 9. August. Der Russe werde dringend verdächtigt, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat sowie ein Explosionsverbrechen vorbereitet zu haben.

Die Festnahme steht demnach im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen den 22-jährigen Clément B, der im vergangenen Jahr kurz vor der französischen Präsidentschaftswahl in Marseille wegen mutmaßlicher Anschlagspläne festgenommen wurde. Dieser habe bei seiner Festnahme mehrere Schusswaffen und drei Kilogramm Sprengstoff des Typs TATP besessen. Den Sprengstoff sollen die beiden mutmaßlichen Komplizen laut Bundesanwaltschaft gemeinsam im Frühjahr 2017 in Frankreich hergestellt haben.

Nach Berichten deutscher Zeitungen soll Clément B. zudem mehrfach telefonisch oder über das Internet Kontakt zu dem Berlin-Attentäter Anis Amri gehabt haben. Der Tunesier hatte im Dezember 2016 bei einem Anschlag mit einem Lastwagen auf dem Berliner Weihnachtsmarkt zwölf Menschen getötet.

Anschlag sollte offenbar eine große Anzahl an Menschen töten

Damit habe der radikal-islamistisch gesinnte Magomed-Ali C. einen Sprengsatz herstellen wollen. Dieser sollte zu einem nicht bekannten Zeitpunkt an einem unbekannten Ort in Deutschland gezündet werden sollte, so die Bundesanwaltschaft. Sein Ziel sei gewesen, eine möglichst große Anzahl an Menschen zu töten und zu verletzen.

Die Anschlagsvorbereitungen der beiden Beschuldigten seien aufgrund einer Polizeimaßnahme in Frankreich gestört worden. Die beiden Verdächtigen hätten daraufhin beschlossen, sich zu trennen. Durch die Festnahme in Berlin solle auch der Verbleib des Sprengstoffs geklärt werden, schreibt der Generalbundesanwalt. Der Russe soll demzufolge am Donnerstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.

kle/cw (afp, dpa, generalbundesanwalt.de)

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