Mutmaßliche Kontaktleute von Berlin-Attentäter Amri in Italien festgenommen | Aktuell Europa | DW | 29.03.2018
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Terrorismus

Mutmaßliche Kontaktleute von Berlin-Attentäter Amri in Italien festgenommen

Mehr als ein Jahr nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt sind bei Razzien in Mittel- und Süditalien mehrere Männer festgenommen worden. Sie sollen zum Netzwerk des Attentäters Anis Amri gehört haben.

Breitscheidplatz Berlin Jahrestag Anschlag (Reuters/F.Bensch)

Gedenkstätte für die Opfer des Anschlags am Breitscheidplatz in Berlin (Archivbild)

Bei dem Netzwerk handelt es sich um vier Tunesier, von denen einer Anis Amri Dokumente für seinen Aufenthalt in Deutschland verschafft haben soll, wie die Polizei mitteilte. Ihnen wird Begünstigung von illegaler Einwanderung und Dokumentenfälschung vorgeworfen. Ein Palästinenser soll darüber hinaus Anschläge geplant haben. Der 37-Jährige habe indirekt Kontakt zu Amri gehalten. Er saß bereits wegen Drogendelikten im Gefängnis.

Italien Festnahme mutmaßlicher Komplizen von Berliner Attentäter (picture alliance/dpa/ANSA/M. Percossi)

Den Festgenommenen wird unter anderem Dokumentenfälschung vorgeworfen

Amri hatte am 19. Dezember 2016 bei seinem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche zwölf Menschen getötet. Er wurde vier Tage später von der italienischen Polizei bei Mailand erschossen.

Amri war einst als Flüchtling über das Mittelmeer nach Sizilien gekommen. Wegen Brandstiftung, Körperverletzung und Diebstahls saß er dort eine vierjährige Haftstrafe ab. Bevor er 2015 nach Deutschland kam, hatte er mehrere Jahre lang in der Gegend um Latina gelebt.

Deutschland Anschlag mit LKW auf Weihnachtsmarkt in Berlin (Reuters/F. Bensch)

Mit einem gekaperten LKW war Anis Amri auf den Weihnachtmarkt gerast

Seit langem wird in Italien ermittelt, welche Kontakte er dort hatte und vor allem, warum er nach dem Berliner Anschlag nach Italien zurückkehrte. Ministerpräsident Paolo Gentiloni hatte nach Razzien 2016 ausgeschlossen, dass Amri über ein Unterstützernetzwerk in Italien verfügte. Ein Anti-Terror-Staatsanwalt sagte dagegen, Attentäter erhielten in Italien durchaus "logistische Unterstützung" durch das "kriminelle Milieu".

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Ein Jahr nach dem Berliner Terroranschlag (24.12.2017)

Bei der groß angelegten Anti-Terror-Operation gab es auch in den Städten Viterbo, Matera, Neapel und Caserta Durchsuchungen. Am Mittwoch wurde in Turin ein mutmaßliches Mitglied der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gefasst. Der 23-Jährige mit marokkanischen Wurzeln soll sich unter anderem informiert haben, wie man mit einem Lastwagen einen Anschlag verüben könnte. Gegen 13 andere Verdächtige wird ermittelt.

Zuvor war ein Haftbefehl gegen ein anderes mutmaßliches IS-Mitglied vollstreckt worden, das Kinder zu Selbstmordattentaten aufgerufen haben soll. Der Verdächtige war Leiter eines islamischen Kulturzentrums in Foggia in Apulien.

uh/jj ( dpa, afp)

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