Milizenchef Haftar entdeckt Türkei als Feindbild | Aktuell Afrika | DW | 29.06.2019
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Libyen

Milizenchef Haftar entdeckt Türkei als Feindbild

Im Kampf um die Macht in Libyen macht die sogenannte Nationalarmee LNA von General Haftar gegen die Türkei mobil. Türkische Bürger sollen verhaftet und der Flug- und Schiffsverkehr zwischen den Ländern gestoppt werden.

Libyen Mitglieder der National Army LNA in Bengasi (Reuters/E. O. Al-Fetori)

Mitglieder der LNA im April nach der Einnahme der Stadt Bengasi

Die Libysche Nationalarmee (LNA) unter ihrem Befehlshaber Chalifa Haftar wirft der Türkei vor, die politischen Gegner in Libyen zu unterstützen. Um die Regierung in Ankara dazu zu bewegen, dies aufzugeben, verschärft Warlord Haftar die Haltung zur Türkei.

Haftar habe seinen Truppen befohlen, türkische Schiffe in libyschen Hoheitsgewässern anzugreifen, sagte sein Sprecher Achmed al-Mesmari. Türkische Schiffe dürften zudem nicht mehr in libysche Häfen einlaufen, Verkehrsflüge zwischen beiden Ländern würden verboten. "Alle Schiffe und türkischen Flugzeuge sind von nun an feindliche Ziele", sagte LNA-Sprecher Al-Mesmari. Auch türkische Firmen und Einrichtungen in Libyen würden von Haftars Truppen künftig "als legitimes Ziel angesehen". Türkische Staatsbürger, die sich in Libyen aufhielten, würden künftig verhaftet.

Libyen Armeechef Khalifa Hifter (picture-alliance/AP Photo/M. El-Sheikhy)

Chalifa Haftar - Schlüsselfigur für die Zukunft Libyens (Archivbild)

Die Türkei gehört, wie viele westliche Staaten, die NATO und die Vereinten Nationen, zu den Unterstützern der international anerkannten libyschen Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch. Dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan warf der LNA-Sprecher deswegen eine "eklatante Einmischung in libysche Angelegenheiten" vor.

Haftar, einst hochrangiger Offizier unter Diktator Muammar al-Gaddafi, hat weite Teile des nordafrikanischen Landes, vor allem im Osten, unter seine Kontrolle gebracht und im April eine Offensive auf die Hauptstadt Tripolis gestartet.

Libyen ist seit dem Sturz Gaddafis im Jahr 2011 gespalten. Im Land herrscht Chaos, Milizen und die schwache Einheitsregierung in Tripolis kämpfen um die Macht. Die Aussichten auf eine politische Lösung des Konflikts stehen  schlecht.

Flughafen in Bengasi setzt Haftars Weisung um

Der von Haftars Milizen kontrollierte Benina-Flughafen in Bengasi stoppte weisungsgemäß die Flüge in die Türkei. Der Schritt sei umgesetzt worden, erklärte Flughafendirektor Osama Mansur. Von dort aus flogen bisher drei Maschinen täglich in die türkische Metropole Istanbul.

qu/jj (dpa, afpe, ape)

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