Mexikos Nationalgarde stoppt erneut Migrantentreck | Aktuell Amerika | DW | 24.01.2020
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Zentralamerika

Mexikos Nationalgarde stoppt erneut Migrantentreck

Nahe der mexikanischen Südgrenze ist es binnen weniger Tage zum zweiten Mal zu Gewalt zwischen Flüchtenden und Sicherheitskräften gekommen. Die Soldaten setzten auch Tränengas ein, um die rund 1000 Migranten aufzuhalten.

Auf der Suche nach einem besseren Leben machen sich immer wieder Migranten aus Mittelamerika in großen Gruppen auf den Weg nach Mexiko - ihr Ziel die USA. Geschätzt rund 1000 Mittelamerikaner durchquerten am Donnerstag aus Guatemala kommend den Grenzfluss Suchiate. Nachdem sie auf mexikanischer Seite einige Kilometer weit gelaufen waren, versperrten Soldaten der Nationalgarde ihnen den Weg. Sicherheitskräfte setzen Tränengas ein, um die Gruppe aufzulösen. Aus der Gruppe wurden daraufhin Steine auf die Grenzschützer geworfen. 

Migranten aus Mittelamerika in Mexiko (picture-alliance/dpa/AP/M. Ugarte)

Die Migranten steigen in Busse, nachdem sie von der Nationalgarde gestoppt wurden

Bereits am Montag hatte es einen vergleichbaren Vorfall gegeben, nachdem rund 500 Menschen den Fluss Suchiate bei niedrigem Wasserstand zu Fuß durchquert hatten. Die meisten wurden festgenommen, um dann in ihre Heimat abgeschoben zu werden. Einige wenige Migranten tauchten in Mexiko unter.

Die Migranten gehörten, wie auch die jetzt auseinandergerissene Gruppe, größtenteils einer sogenannten Karawane von rund 3500 Menschen an, die sich vergangene Woche von Honduras aus auf den Weg Richtung USA gemacht hatte, um der Gewalt und Armut in ihrer Heimat zu entfliehen.

Migranten aus Mittelamerika in Mexiko (picture-alliance/dpa/AP/M. Ugarte)

Die "Karawane" bevor die Nationalgarde eingreift. Ihr Wunschziel dokumentiert die mitgeführte große Flagge

US-Präsident Donald Trump hatte Mexiko im vergangenen Jahr massiv unter Druck gesetzt, damit es die Menschen aufhält, die das Land auf dem Weg Richtung USA zu durchqueren versuchen. Im Mai drohte er dem südlichen Nachbarn Strafzölle an. Mexiko entsandte schließlich aufgrund einer Vereinbarung mit der Trump-Administration 27.000 Soldaten der Nationalgarde an seine Grenzen. Die Zahl der illegalen Grenzübertritte in die USA sank seitdem deutlich.

Migranten aus Mittelamerika in Mexiko (picture-alliance/dpa/AP/M. Ugarte)

Migranten druchqueren den Grenzflusss Suchiate

Die erste große "Karawane" von Honduras in Richtung USA hatte es im Oktober 2018 gegeben, als rund 2000 Menschen durch Guatemala und Mexiko nordwärts Richtung USA zogen. Damals waren mehrere Migrantengruppen aus Mittelamerika bis zur Südgrenze der Vereinigten Staaten gelangt. Trump will die illegale Einwanderung in die USA unter anderem mit einer Mauer an der Grenze mit Mexiko stoppen.

qu/nob (dpa, ap)

Die Redaktion empfiehlt