Merkel fordert globalen Zusammenhalt bei Corona | Aktuell Welt | DW | 21.11.2020
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G20-Gipfel zu Corona

Merkel fordert globalen Zusammenhalt bei Corona

Der erste Tag des virtuellen G20-Gipfels stand ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Kanzlerin Merkel und andere mahnten eine engere internationale Kooperation bei der Verbreitung eines Impfstoffes gegen das Virus an.

Virtueller G20-Gipfel | Deutschland (Guido Bergmann/picture alliance)

Angela Merkel: Der Zugang zur Impfung muss für jedes Land bezahlbar sein

Es ging wie so oft um mehr Geld. "Um die Pandemie einzudämmen, muss der Zugang zur Impfung für jedes Land möglich und bezahlbar sein. Dazu reichen die bisher zugesagten Mittel noch nicht aus", sagte Merkel bei der virtuellen Konferenz der Staats- und Regierungschefs der führenden Industrie- und Schwellenländer. "Daher bitte ich Sie alle, diese wichtige Initiative zu unterstützen." Ziel der Kampagne der internationalen Impfstoff-Plattform COVAX (COVID-19 Vaccines Global Access) ist es, bis Ende 2021 zwei Milliarden Impfdosen zu verteilen.

Es fehlen noch sechs Milliarden US-Dollar

Für diese Initiative kamen laut Merkel bereits knapp fünf Milliarden US-Dollar (4,2 Milliarden Euro) zusammen. Deutschland stellt mehr als eine halbe Milliarde Euro zur Verfügung, wie die Kanzlerin ergänzte. Bis Ende 2021 werden allerdings insgesamt elf Milliarden US-Dollar benötigt.

An der Plattform beteiligen sich 150 Länder, darunter auch China, nicht aber die USA. Es gibt Warnungen, dass die ärmeren Länder nicht genug Impfstoffe bekommen könnten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte deshalb, es müsse vermieden werden, "dass nur Reiche Zugang haben". Über die Verteilung dürfe nicht die Kaufkraft der Länder entscheiden.

Virtueller G20-Gipfel | Russland (Alexei Nikolsky/dpa/picture alliance)

Präsident Wladimir Putin warb für den russischen Impfstoff "Sputnik-V"

Russland und China wollen mitarbeiten

Russlands Präsident Wladimir Putin bot der internationalen Gemeinschaft einen breiten Zugang zu dem in seinem Land entwickelten Impfstoff "Sputnik-V" an. Er unterstütze die Entscheidung des G20-Gipfels, die Impfstoffe für die gesamte Bevölkerung des Planeten zugänglich zu machen, sagte der 68-Jährige.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping will im Kampf gegen die Pandemie die Kooperation mit anderen Ländern bei der Forschung, Entwicklung, Produktion und Verteilung von Impfstoffen verstärken. 

Saudi-Arabiens König Salman ibn Abd al-Aziz mahnte als Gipfel-Gastgeber ebenfalls, es müsse genug bezahlbarer Impfstoff für Entwicklungsländer zur Verfügung stehen.

Trump ignoriert Biontech 

Der amtierende US-Präsident Donald Trump lobte dagegen in seinem Beitrag vor allem das amerikanische Vorgehen in der Corona-Pandemie und wies darauf hin, dass die US-Unternehmen Moderna und Pfizer Impfstoffe entwickelt hätten. Pfizers deutschen Partner Biontech erwähnte er nicht.

Es dürfte der letzte große Auftritt des noch-Präsidenten der Vereinigten Staaten gewesen sein. Nach weniger als zwei Stunden in der Videoschalte der Staats- und Regierungschefs verließ er das Treffen vorzeitig und fuhr vom Weißen Haus zu seinem Golfclub im benachbarten Bundesstaat Virginia, wie Journalisten berichteten.

Wirtschaftliche Erholung - wann? 

Zugleich warnen die Vertreter der 19 Industrie- und Schwellenländer sowie der EU, dass die globale wirtschaftliche Erholung "unausgeglichen und höchst unsicher" bleibe und mit "erhöhten Abwärtsrisiken" behaftet sei. Einige ärmere Länder bräuchten womöglich weiterreichende Schuldenerleichterungen. Die Pandemie treffe die Schwächsten in der Gesellschaft am härtesten.

Infografik - G20 Staaten und Gastländer NEU! DE

Merkel warb in dem Zusammenhang für eine Stärkung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), des Internationalen Währungsfonds sowie der Weltbank. Multilaterale Zusammenarbeit sei der Schlüssel zur Corona-Bekämpfung, betonte die Kanzlerin.

Der erste G20-Arbeitstag stand unter dem Motto "Pandemie überwinden und Wachstum und Arbeitsplätze wiederherstellen."

se/uh (rtr, dpa, afp)

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G20-Ausrichter Saudi-Arabien und die Menschenrechte

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