Mehrere US-Soldaten bei Anschlag in Nordsyrien getötet | Aktuell Welt | DW | 16.01.2019
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Syrien-Krieg

Mehrere US-Soldaten bei Anschlag in Nordsyrien getötet

Die Soldaten starben bei einer Attacke auf eine Patrouille der von den Vereinigten Staaten angeführten Anti-IS-Koalition in der Stadt Mandbidsch. Die Terrormiliz IS reklamierte die Bluttat für sich.

Die US-geführte Koalition gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat den Tod von mehreren US-Militärangehörigen bei einem Selbstmordanschlag im syrischen Manbidsch bestätigt. Ein Sprecher erklärte, "US-Militärangehörige wurden während einer Routinepatrouille in Syrien bei einer Explosion getötet". Eine Zahl wurde nicht genannt.

Nach früheren Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben vier US-Soldaten, zwei davon im Krankenhaus. Insgesamt seien 16 Menschen bei der Attacke getötet worden. Die Terrormiliz IS reklamierte die Tat über ihr Sprachrohr Amak für sich und sprach vom Angriff eines Selbstmordattentäters.

Syrien Straßenszene in Manbidsch (Reuters/R. Said)

Die nordsyrische Stadt Manbidsch galt als Kulturmetropole

Manbidsch gehört zu den Gebieten Nordsyriens, die von der Kurdenmiliz YPG kontrolliert werden. Diese kämpft mit Hilfe der Koalition gegen den IS. Die Türkei hatte im Dezember mit einem Angriff auf die Kurdengebiete in Nordsyrien gedroht. Die Regierung in Ankara sieht in der YPG eine Terrororganisation und bekämpft sie.

Kurden gegen Sicherheitszone

Die USA und die Türkei erwägen nun die Einrichtung einer "Sicherheitszone" im Norden Syriens. In einem Telefonat sprachen US-Präsident Donald Trump und sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdogan über ein solches "vom Terrorismus befreites" Gebiet, wie Erdogans Büro mitteilte.

Erdogan erklärte nach einem Telefonat mit Trump, sein Land könnte eine Sicherheitszone umsetzen, wenn allen voran die USA finanzielle und logistische Unterstützung dafür gewährten. Ihm zufolge soll die Zone rund 30 Kilometer tief sein. Den USA geht es vor allem darum, eine Konfrontation zwischen der Türkei und der mit Washington verbündeten syrischen Kurdenmiliz YPG zu verhindern.

Syrien Manbidsch SDF Kämper (Reuters/R. Said)

SDF-Kämpfer in Manbidsch, im Gouvernement Aleppo

Doch Syriens Kurden lehnen eine von der Türkei kontrollierte "Sicherheitszone" im Norden des Landes ab. Es handele sich bei dem Vorschlag nicht um eine Sicherheitszone, sondern um eine neue türkische "Invasion", sagte Sihanok Dibo, führendes Mitglied des politischen Arms der von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). Vorstellbar sei allenfalls eine Sicherheitszone unter Kontrolle der UN, die vom Sicherheitsrat beschlossen sein müsste.

ni/sti (afp,dpa, rtr)

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