Mehr Tote durch Klimawandel bei Fluten in Südostasien
11. Dezember 2025
Es ist die tödlichste Naturkatastrophe seit vielen Jahren.
In den vergangen Wochen haben zwei Zyklone Sri Lanka, Indonesien, Thailand und Malaysia getroffen. Als Folge der extremen Regenfälle kam es zu Sturzfluten, Überschwemmungen und Erdrutschen.
Mindestens 1800 Menschen sind dabei laut aktuellen Zahlen ums Leben gekommen, hunderte werden noch vermisst. Mehr als 1,2 Millionen Menschen mussten evakuiert werden oder die Region verlassen, so lokale Organisationen und die Vereinten Nationen. Insgesamt sind fast 11 Millionen Menschen betroffen.
In Sri Lanka ist landesweit die Energieinfrastruktur beschädigt, der Verkehr liegt in weiten Teilen lahm, zahlreiche Brücken und Straßen wurden beschädigt oder zerstört. Fast 300.000 Gebäude stehen unter Wasser – ebenso Krankenhäuser und andere Versorgungseinrichtungen.
Auf der indonesischen Insel Sumatra haben nach Angaben der Vereinten Nationen weiterhin tausende Menschen keinen Zugang zu Lebensmitteln und Trinkwasser.
Verbrennen von Kohle, Öl und Gas heizt Atmosphäre und Ozeane auf
Forscherinnen und Forscher des Wissenschaftsnetzwerks World Weather Attribution, haben nun den Einfluss der menschengemachten Erderwärmung analysiert und anhand von Computermodellen berechnet.
Das Ergebnis: Das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas und der daraus resultierende stetige Anstieg der weltweiten Temperaturen haben die Regenfälle deutlich verstärkt.
Obwohl verschiedene Datensätze eine Vielzahl von Trends aufzeigen, stimmen sie alle hinsichtlich der Richtung der Veränderung überein.
Die Regenfälle bei Malaysia, Indonesien und Thailand wurde um mindestens neun Prozent und bis zu 50 Prozent durch die Erderwärmung befeuert.
Sturmartigen Regenfälle durch den Zyklon Ditwah, der Sri Lanka verwüstete, könnten durch die Erderwärmung mehr als doppelt so heftig geworden sein, so die Forscher. Laut Berechnung wurden die Niederschläge wurde mindestens 28 Prozent stärker als ohne die Erderwärmung von aktuell 1,3 Grad Celsius im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten.
Auch die wärmere Meerestemperatur und weitere klimatische Phänomene könnten die extremen Stürme teilweise begünstigt haben, so die Forscher.
So heftige Regenfälle wie im Fall des Zyklons Senyar kommen laut Forschung nur einmal in 70 Jahren vor, die Fluten im Zusammenhang mit Sturm Ditwah über Sri Lanka einmal in 30 Jahren.
Wenn Flusstäler zur Falle werden
Die heftigen Regenfälle treffen Sri Lanka besonders stark. Das hat auch mit der Geografie des Landes zu tun. Das Hochwasserrisiko ist groß, weil das Wasser schnell die steilen Hügel herunter in dicht besiedelte Überschwemmungsgebiete fließt.
Auf vielen Inseln gibt es nur begrenzte Möglichkeiten natürlicher Entwässerung. Darum lösten in den tiefgelegenen Tälern solche Wassermassen schnell Sturzfluten und Erdrutsche aus. In Indonesien hat die schnelle Stadtentwicklung dazu geführt, dass inzwischn in Gebieten mit hohem Überschwemmungsrisiko besonders viele Menschen leben.
Bei den Fluten fielen Verkehr, Strom, Kommunikation und andere Basisdienste aus – besonders hart traf das ärmere und benachteiligte Gruppen, die oft in schlechteren Wohnungen leben und kaum Ersparnisse oder Versicherungen haben.
Zwar gab es Frühwarnungen, doch technische Störungen, Sprachbarrieren, ungünstiges Timing und abgelegene Wohnorte sorgten dafür, dass viele Menschen die Warnungen nicht rechtzeitig erhielten oder die Größe der Gefahr unterschätzten.