Mehr als 50 Tote bei Luftangriff auf Hochzeit im Jemen | Aktuell Nahost | DW | 08.10.2015
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Aktuell Nahost

Mehr als 50 Tote bei Luftangriff auf Hochzeit im Jemen

Bei den seit Monaten andauernden Luftangriffen des von Saudi-Arabien geführten Bündnisses sterben im Jemen immer mehr Zivilisten. Zum zweiten Mal soll das Bündnis eine Hochzeitsfeier getroffen haben.

Kämpfer der gestürzten jemenitischen Regierung bei einer Offensive am 7.10.15 in der Provinz Marib (Foto: EPA)

Kämpfer der gestürzten jemenitischen Regierung beobachten eine Stellung der Huthi-Rebellen

Bei zwei Luftangriffen im Bürgerkriegsland Jemen sind mindestens 51 Teilnehmer einer Hochzeit getötet worden. Bei dem Beschuss des Hochzeitspavillons wurden laut dem jemenitischen Gesundheitsministerium weitere 30 Menschen verletzt. Unter den Toten der drei zeitgleichen Eheschließungen sollen die drei Bräute sowie zwei der Bräutigame sein. Augenzeugen in der von Rebellen gehaltenen Stadt Sanban, etwa 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Sanaa, machten die saudisch geführte Militärallianz für die Bombardierung verantwortlich. Saudischen Medien zufolge sollen dagegen Huthi-Rebellen auf die Feier geschossen haben.

Schiitische Huthi-Rebellen hatten Anfang des Jahres die sunnitisch dominierte Regierung des Jemen gestürzt und ins Exil nach Saudi-Arabien vertrieben. Seit März versucht ein Bündnis arabischer Staaten mit massiven Luftschlägen, die Huthi-Rebellen zurückzudrängen und die Exilregierung unter Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi wieder an die Macht zu bringen. Im September kehrte die Regierung aus ihrem Exil zurück und ließ sich in der zurückeroberten Hafenstadt Aden im Süden des Jemen nieder.

Regierungstreue Kämpfer stehen vor einem zerstörten Panzer, den angeblich die Huthi-Rebellen nutzen. (Foto: dpa)

Regierungstreue Kämpfer stehen vor einem zerstörten Panzer

Etwa 5000 Bürgerkriegstote

Immer wieder wird dem mit Präsident Hadi verbündeten Bündnis vorgeworfen, auch viele Zivilisten zu töten. In der vergangenen Woche hatte die Militärallianz Berichte zurückgewiesen, dass sie nahe dem Roten Meer schon einmal eine Hochzeit bombardiert und dabei mehr als 130 Menschen getötet habe. Nach Zählungen der Vereinten Nationen wurden in dem Bürgerkrieg bislang etwa 5000 Menschen getötet. 25.000 Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt.

ago/se (afp, afpe, dpa, dpae)

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