Medien: Nordkorea zerstört offenbar Atomtestgelände | Aktuell Welt | DW | 24.05.2018
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Nordkoreas umstrittenes Atomprogramm

Medien: Nordkorea zerstört offenbar Atomtestgelände

Im Vorfeld des geplanten Gipfels mit den USA will das Land seine Bereitschaft zum Entgegenkommen zeigen. Von unabhängiger Seite lässt sich der Abbau der Anlagen nicht überprüfen.

Nordkorea Atomtestgelände Punggye-ri (Reuters/2018 DigitalGlobe, a Maxar company)

Rauchwolken über dem nordkoreanischen Testgelände Punggye-ri

Nach Berichten südkoreanischer Reporter wurden auf dem Testgelände Punggye-ri Tunnel gesprengt. Auch Unterkünfte und andere Einrichtungen wurden demnach auf dem Gelände, das sich in einer abgelegenen Bergregion befindet, zerstört. Der US-Sender CBS drückte sich so aus: Einer seiner Korrespondenten sei vor Ort Zeuge mehrerer großer Explosionen gewesen. Nordkorea habe mitgeteilt, dass die Anlage im Nordosten des Landes zerstört worden sei. 

Das Regime in Pjöngjang hatte die Zerstörung des Testgeländes vorher angekündigt und Journalisten aus den USA, Südkorea, Großbritannien, China und Russland dorthin gebracht, damit diese die Aktion bezeugen könnten. Dagegen waren laut den Medienberichten keine Experten dabei, die das Ausmaß der Demontage fachmännisch ermessen könnten.

Nordkorea Abbau von Atomtestgelände Punggye-ri (picture-alliance/AP Photo/Ahn Young-Joon)

Das Testgelände befindet sich in einer Bergregion im Nordosten von Nordkorea

In Punggye-ri hatte Nordkorea seine sechs Atomtests vorgenommen. Der bisher letzte und zugleich stärkste fand im September des vergangenen Jahres statt. Der Weltsicherheitsrat warf Pjöngjang einen erneuten Verstoß gegen Resolutionen des Gremiums vor und verschärfte die Sanktionen gegen das Land.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump wollen sich am 12. Juni in Singapur treffen. Trump will Kim zum Verzicht auf Atomwaffen bewegen. Im Gegenzug haben die USA ein Ende der internationalen Sanktionen in Aussicht gestellt.

USA Donald Trump Nordkorea lässt Amerikaner frei (Reuters/J. Bourg)

In Vorverhandlungen hatte Donald Trump erreicht, dass drei US-Bürger vor zwei Wochen aus nordkoreanischer Haft freikamen

Die nordkoreanische Führung hatte zuletzt jedoch mit der Absage des historischen Gipfeltreffens gedroht. Sie reagierte damit vor allem auf Aussagen von US-Vizepräsident Mike Pence, der dem Land ein ähnliches Schicksal wie Libyen vorausgesagt hatte, falls Kim Jong Un keinen Deal mache. Libyen hatte vor 15 Jahren erklärt, seine Massenvernichtungswaffen im Gegenzug für die Aufhebung von Sanktionen zerstören zu wollen. Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi wurde im Oktober 2011 von Aufständischen getötet; die westlichen Atommächte unterstützten damals die Rebellen.

uh/qu (dpa, rtr)

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Pjöngjang droht mit Absage des USA-Nordkorea-Gipfels (16.05.2018)

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