Trump stellt USA-Nordkorea-Gipfel infrage | Aktuell Welt | DW | 22.05.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Diplomatie

Trump stellt USA-Nordkorea-Gipfel infrage

US-Präsident Donald Trump hat eine Verschiebung seines mit Spannung erwarteten Gipfeltreffens mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nicht ausgeschlossen. Zugleich fand er jedoch auch lobende Worte für Kim.

US-Präsident Trump (r.) mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In (l.) (Getty Images/AFP/S. Loeb)

US-Präsident Trump (r.) mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In (l.)

Nach den zuletzt schärferen Tönen zwischen Washington und Pjöngjang hat US-Präsident Donald Trump Zweifel geäußert, ob es wie geplant zu dem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un kommen wird. "Es könnte sein, dass es nicht am 12. Juni klappt", sagte Trump vor einem Gespräch mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In in Washington. "Wenn es nicht passiert, passiert es vielleicht später", sagte Trump. 



 

Zugleich bescheinigte Trump Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un eine echte Bereitschaft zum Verzicht auf sein Atomwaffenprogramm. "Ich denke, er meint es wirklich sehr ernst", sagte Trump.

Kim Jong Un herrscht in einer Art Erb-Monarchie in der dritten Generation (picture-alliance/AP Photo/Wong Maye-E)

Kim Jong Un herrscht in einer Art Erb-Monarchie in der dritten Generation

Trump stellte Kim erneut einen auch für Nordkorea günstigen Deal in Aussicht. "Er wird sehr glücklich sein, wenn ein Deal gelingt."

Später erklärte dann US-Außenminister Mike Pompeo, man arbeite weiter auf den 12. Juni hin. "Wir werden tun, was nötig ist, um dieses Treffen zu einem Erfolg zu machen", ergänzte er.

Die südkoreanische Seite teilte mit, der Termin für den Gipfel sei nicht ernsthaft in Gefahr. 

Nach Wochen der plötzlichen Entspannung und des überraschenden Einlenkens von Pjöngjang hatte in der vorigen Woche Nordkorea damit gedroht, die Begegnung platzen zu lassen. Als Grund wurden die US-Forderungen nach einer "einseitigen" Aufgabe des nordkoreanischen Atomprogramms genannt. 

Die nordkoreanische Regierung hatte vergangene Woche zudem unerwartet Gespräche mit Südkorea ausgesetzt. Aus US-Kreisen verlautete, bei den Gesprächen mit Moon solle ausgelotet werden, ob Südkorea die Bereitschaft des Nordens zu einer Beseitigung der Atomwaffen übertrieben dargestellt habe.

US-Vizepräsident Mike Pence betonte in einem am Montag veröffentlichten Interview, es stehe "außer Frage", dass Trump aus dem Dialog mit Nordkorea aussteige, wenn dieser keine Ergebnisse zeitige. Zugleich betonte er, dass die USA keine Zugeständnisse gemacht oder angeboten hätten.

Washington fordert die vollständige und unumkehrbare atomare Abrüstung Nordkoreas und bietet im Gegenzug wirtschaftliche Hilfen an. Das asiatische Land ist international weitgehend isoliert und liegt wirtschaftlich am Boden, auch wegen der jahrelangen UN-Sanktionen.

Südkorea hat die Annäherung an den Norden aktiv betrieben und Hoffnungen auf eine Einigung auch mit den USA geweckt. Allerdings bezeichnete der nordkoreanische Verhandlungsführer für die Friedensgespräche mit dem Süden die Regierung in Seoul kürzlich als "ignorant und unfähig". Südkorea reagierte darauf bislang nicht. 

stu/sti (dpa, rtr)