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PolitikDänemark

Medien: Dänische Elitesoldaten hätten Grönland verteidigt

19. März 2026

Wie groß in Dänemark die Angst vor einer feindlichen US-Übernahme war, deckt jetzt ein Bericht des Senders DR auf. Eine offizielle Bestätigung für die Darstellung gibt es nicht.

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Grönland Nuuk 2026 | Dänische Soldaten in Flecktarn gehen im Hafen von Nuuk an Land
Dänische Soldaten gehen am 18.01.2026 im Hafen der grönländischen Hauptstadt Nuuk an LandBild: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/REUTERS

Aus Furcht vor einer möglichen US-Invasion hat Dänemark laut einem Medienbericht Anfang des Jahres ein Armeeregiment und Elitetruppen nach Grönland entsandt. Ein auf den 13. Januar datierter militärischer Einsatzbefehl habe Anweisungen zur Verteidigung der Arktisinsel enthalten, berichtet der dänische Sender DR. Dies sei eine Reaktion auf den US-Militäreinsatz in Venezuela Anfang Januar gewesen, bei dem der damalige Präsident Nicolás Maduro von US-Soldaten gefangen genommen worden war.

"Wenn (US-Präsident Donald) Trump die ganze Zeit sagt, dass er Grönland kaufen will, und dann sehen wir, was in Venezuela passiert - wir mussten alle möglichen Szenarien ernst nehmen", sagte ein Vertreter des dänischen Militärs dem DR. "Das staatliche Räderwerk der Vereinigten Staaten läuft nicht wie früher", ergänzte er zur Erklärung.

Ausgerüstet mit Sprengstoff

Das dänische Regiment und die Elitesoldaten seien unter dem Deckmantel der NATO-Übung "Arctic Endurance" nach Grönland geschickt worden - zusätzlich zu Soldaten aus Deutschland, Frankreich und Schweden. Allerdings habe es sich im Fall des NATO-Mitglieds Dänemark nicht um eine Übung gehandelt, sagte ein weiterer Informant dem Sender. "Es war unmissverständlich." So seien auch Blutkonserven für etwaige Transfusionen sowie Sprengstoff in das zu Dänemark gehörende Autonomiegebiet geliefert worden.

Dänemark Kopenhagen 2026 | Mette Frederiksen und Jens-Frederik Nielsen stehen an Pulten mit Mikrofonen nebeneinander, zu beiden Seiten stehen Flaggen
"Grönland gehört den Grönländern": Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen mit dem grönländischen Regierungschef Jens-Frederik Nielsen (Archivbild)Bild: Liselotte Sabroe/REUTERS

Die dänische Armee sowie die Regierungen in Grönland und Dänemark kommentierten den Bericht zunächst nicht.

Nordatlantikpakt in der Krise

Trump hat seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus vor mehr als einem Jahr immer wieder Besitzansprüche auf Grönland erhoben und die NATO damit in eine tiefe Krise gestürzt. Drohungen einer gewaltsamen Übernahme nahm er erst Ende Januar nach einem Treffen mit dem Generalsekretär des Bündnisses, Mark Rutte, zurück.

Im Februar startete die NATO dann die Mission "Arctic Sentry", um die Sicherheit in der Region zu erhöhen. Beteiligt sind daran unter anderem dänische und US-Soldaten.

jj/se (afp, dr)