Malta: Festnahme im Fall Caruana Galizia | Aktuell Europa | DW | 20.11.2019
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Mord an Journalistin

Malta: Festnahme im Fall Caruana Galizia

Gut zwei Jahre nach dem Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia scheint Bewegung in die Ermittlungen zu kommen: Ein prominenter Geschäftsmann wurde festgenommen. Was ihm vorgeworfen wird, ist noch unklar.

Malta Gedenken Daphne Caruana Galizia (picture-alliance/Zuma/S. Babbar)

Mehr als zwei Jahre nach dem Mord an Daphne Caruana Galizia sind die Täter noch nicht hinter Schloss und Riegel

Ein bekannter maltesischer Unternehmer wurde im Zusammenhang mit dem Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia festgenommen. Premierminister Joseph Muscat bestätigte die Festnahme einer "Person von Interesse". Wie mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend berichten, habe der Unternehmer Yorgen Fenech gerade versucht, den Inselstaat vom Hafen Portomaso nahe der Hauptstadt Valletta zu verlassen, als Polizeiboote kurz vor Tagesanbruch zu seiner Luxusyacht aufschlossen und Beamte ihn zur Umkehr zwangen.

Briefkastenfirma mit Verbindungen

Fenech ist Direktor und Miteigentümer des Konsortiums Electrogas, das 2013 von der maltesischen Regierung beauftragt wurde, ein Gaskraftwerk zu bauen. Vor einem Jahr wurde bekannt, dass Fenech auch die in Dubai registrierte Briefkastenfirma 17 Black Limited besitzt. Die Firma soll 2015 aufgefordert worden sein, bis zu zwei Millionen US-Dollar an in Panama registrierte Firmen zu zahlen - die damals maltesischen Spitzenpolitikern gehörten. Sowohl der Energieminister Konrad Mizzi als auch der Bürochef von Premierminister Muscat, Keith Schembri, bestreiten, auf diesem Wege Geld erhalten zu haben.

Malta Unternehmer Yorgen Fenech (Reuters/Malta Government/J. Wonnacott)

Der maltesische Unternehmer Yorgen Fenech 2014

Caruana Galizia hatte im Februar 2017 über mutmaßliche Verbindungen von 17 Black in die maltesische Politik berichtet, ohne konkrete Namen zu nennen. Acht Monate später wurde die Investigativjournalistin, die auch an den Enthüllungen der "Panama Papers" beteiligt gewesen war, durch eine Autobombe getötet. Der Mord sorgte damals für großes Entsetzen und für verstärkte Aufmerksamkeit auf korrupte Machenschaften in dem EU-Land.

Straffreiheit für Mittelsmann

Am Tag vor der Festnahme hatte Muscat erklärt, er habe Straffreiheit für einen mutmaßlichen Mittelsmann ins Spiel gebracht, falls dieser gerichtsfeste Beweise vorbringt, wer hinter dem Journalistinnenmord steckt. Inwieweit es einen direkten Zusammenhang zur Festnahme am Mittwoch gibt, ist unklar.

ehl/kle (rtr, afp, dpa)

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