Malaysias Oppositionschef Ahmad Zahid Hamidi festgenommen | Aktuell Asien | DW | 18.10.2018
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Südostasien

Malaysias Oppositionschef Ahmad Zahid Hamidi festgenommen

Seine Partei UMNO regierte das Land für sechs Jahrzehnte - jetzt bläst ihr der Wind ins Gesicht. Der frühere Premier Najib sitzt schon in Haft. Nun wurde auch einer seiner früheren Stellvertreter in Gewahrsam genommen.

Der malaysische Oppositionsführer Ahmad Zahid Hamidi (Archivbild) ist wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen worden. Der Chef der Vereinigten Malaysischen National-Union (UMNO) soll am Freitag angeklagt werden, wie die Anti-Korruptions-Behörde des südostasiatischen Landes mitteilte.

Gegen Zahid wird wegen Machtmissbrauchs, Untreue und Geldwäsche ermittelt. Die malaysische Zeitung "The Star Online" berichtet von 800.000 Ringgit - umgerechnet 17.000 Euro - die er von einer Stiftung veruntreut haben soll. Mitglieder seiner Partei UMNO sprechen dagegen von "politischer Verfolgung".

Hohe Regierungsämter

Die Anti-Korruptions-Kommission hatte Zahid am Mittwoch gebeten, nach mehreren Befragungen erneut im Hauptgebäude der Behörde in Putrajaya, etwa 40 Kilometer südlich von Kuala Lumpur, zu erscheinen. Kurz nach seiner Ankunft wurde er festgenommen.

Zahid war für einige Jahre stellvertretender Premier, ebenso bekleidete er mehrere Ministerämter. Ein konservatives Regierungsbündnis um seine Partei UMNO hatte das Land seit der Unabhängigkeit im Jahr 1957 regiert. Bei den Wahlen im Mai wurde diese Koalition abgewählt, und die UMNO stellte erstmals nicht mehr den Regierungschef.

Hunderte Millionen umgeleitet?

Ex-Premier Najib Razak sitzt in Haft. Er wurde im September im Zuge von Ermittlungen zu einem Korruptionsskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB festgenommen. Die Ermittler werfen ihm die Veruntreuung von 2,3 Milliarden Ringgit - umgerechnet 472 Millionen Euro - vor, die auf seinen Privatkonten gelandet sein sollen. Najib soll sich wegen Veruntreuung, Machtmissbrauchs und Geldwäsche vor Gericht verantworten.

jj/sti (dpa, afp, rtr, munzinger)

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