Malaysias Ex-Regierungschef Razak vor Gericht | Aktuell Asien | DW | 04.07.2018
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Justiz

Malaysias Ex-Regierungschef Razak vor Gericht

Seine mutmaßliche Verstrickung in eine Korruptionsaffäre hatte Najib Razak erst im Mai sein Amt als malaysischer Ministerpräsident gekostet. Inzwischen muss er sich vor Gericht verantworten.

Der abgewählte malaysische Ministerpräsident Najib Razak ist wegen Veruntreuung und Machtmissbrauchs in drei Fällen angeklagt worden. Razak plädierte vor Gericht auf unschuldig. Sollte er verurteilt werden, drohen ihn für jeden der Anklagepunkte bis zu 20 Jahre Haft. Razak, der von 2009 bis vergangenen Mai als Ministerpräsident Malaysias amtierte, war am Dienstag verhaftet worden.

Hintergrund der Vorwürfe ist der sogenannte 1MDB-Skandal. Es geht um Gelder aus dem 2009 von Najib aufgelegten Regierungsfonds 1MDB, der die Wirtschaft fördern sollte. Aus dem Fonds sollen mehr als 4,5 Milliarden Dollar abgezweigt worden sein. Etwa 700 Millionen Dollar wurden auf einem privaten Bankkonto Najibs entdeckt. Der Skandal kam bereits 2016 ans Licht, doch eine Untersuchung in Malaysia sprach Najib damals von allen Vorwürfen frei.

Korruptionsaffäre im Wahlkampf

Im Mai wurde Najib nach neun Jahren im Amt überraschend abgewählt, die Korruptionsvorwürfe waren zentraler Bestandteil des Wahlkampfs seiner Gegner. Nach der Wahl stellten Ermittler Luxusgüter und Bargeld im Wert von 300 Millionen Dollar in Privathäusern des Ex-Regierungschefs sicher. Seine Frau und sein Stiefsohn wurden im Zusammenhang mit dem Skandal ebenfalls von der Polizei befragt. Die Behörden in den USA, der Schweiz, in Singapur, Indonesien und Hongkong ermitteln seit längerer Zeit in dem Fall. Der Fonds hat Schulden von elf Milliarden Dollar.

bri/pg (dpa, rtr)

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