Malaysias Regierungschef Najib inhaftiert | Aktuell Asien | DW | 03.07.2018
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Kampf gegen Korruption

Malaysias Regierungschef Najib inhaftiert

Der riesige Korruptionsskandal um einen Regierungsfonds in Malaysia fordert personelle Konsequenzen. Polizisten nahmen den kürzlich abgewählten Regierungschef Najib Razak in Gewahrsam.

Najib Razak (picture-alliance/AP Photo/V. Thian)

Ex-Regierungschef Najib Rezak nach einer Befragung durch Antikorruptionsermittler (Archivbild)

Die zuständige Antikorruptionseinheit MACC (Malaysian Anti-Corruption Commission) teilte mit, der 64-jährige Politiker sei zu Hause festgenommen worden. Der Ex-Premier soll an diesem Mittwoch vor Gericht erscheinen. Bei den Ermittlungen geht es Gelder aus dem 2009 von Najib aufgelegten Vermögensfonds 1Malaysia Development Berhad (1MDB), der die Wirtschaft fördern sollte. Aus dem Fonds sollen mehr als 4,5 Milliarden Dollar abgezweigt worden sein. Etwa 700 Millionen Dollar wurden auf einem privaten Bankkonto Najibs entdeckt. Verwandte und Vertraute des ehemaligen Regierungschefs sollen mit Geld aus dem Fonds unter anderem Luxuswohnungen in New York und Gemälde von Vincent Van Gogh gekauft haben. Najib und der Fonds weisen alle Vorwürfe zurück. Der Skandal kam bereits 2016 ans Licht, doch eine Untersuchung in Malaysia sprach Najib damals von allen Vorwürfen frei.

Bei der Parlamentswahl am 9. Mai hatte Najib eine schwere Niederlage erlitten und wurde nach neun Jahren im Amt überraschend abgewählt. Die schweren Korruptionsvorwürfe waren zentraler Bestandteil des Wahlkampfs. Der 92-jährige neue Regierungschef Mahathir Mohamad versprach, Ermittlungen gegen seinen Vorgänger einzuleiten. Die Behörden verhängten eine Ausreisesperre gegen Najib und seine Ehefrau Rosmah Mansor. Sie ist für ihre Vorliebe für teure Einkaufstouren und Luxus-Handtaschen bekannt und in der Bevölkerung sehr unbeliebt.

Zahlreiche Luxusgüter beschlagnahmt

Am Mittwoch voriger Woche beschlagnahmte die Polizei bei einem Großeinsatz im Zusammenhang mit den Korruptionsermittlungen in Privathäusern des Ex-Premiers Gegenstände und Bargeld im Gesamtwert von bis zu 235 Millionen Euro. Unter den Gegenständen seien rund 12.000 Schmuckstücke, hunderte Handtaschen, eine große Zahl von Armbanduhren sowie Bargeld in 26 verschiedenen Währungen, wie die Polizei in der Hauptstadt Kuala Lumpur am Mittwoch mitteilte. Najibs Frau und sein Stiefsohn wurden im Zusammenhang mit dem Skandal ebenfalls von der Polizei befragt.

Die Behörden in den USA, der Schweiz, in Singapur, Indonesien und Hongkong ermitteln seit längerer Zeit wegen Geldwäsche und Bestechung in dem Fall. Der Fond hat Schulden von 11 Milliarden Dollar.

kle/as (dpa, afp, rtr)

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