Mutmaßlicher Mafiaboss in Luxusvilla geschnappt
4. April 2026
Die Polizei hat einen der meistgesuchten mutmaßlichen Mafiabosse Italiens in einem Luxus-Resort an der Amalfiküste am Mittelmeer verhaftet. Der 48 Jahre alte Roberto Mazzarella wurde nach Angaben der Behörden in der Gemeinde Vietri sul Mare festgenommen, wo er sich in einer Luxusvilla aufhielt. Dem mutmaßlichen Chef des Mazzarella-Clans aus Neapel werden mehrere Auftragsmorde zur Last gelegt. Bei der Festnahme leistete er keinen Widerstand.
Mazzarella stand auf Platz vier der Liste der meistgesuchten Mafiosi des italienischen Innenministeriums. In der Luxus-Unterkunft hielt er sich zusammen mit seiner Frau und zwei Kindern auf. Pro Übernachtung werden dort 1000 Euro fällig. Bei der Festnahme in der Nacht wurden nach Angaben der Polizei 20.000 Euro Bargeld, drei Luxusuhren, mehrere Mobiltelefone sowie gefälschte Ausweispapiere beschlagnahmt.
Auftragsmord als Racheakt
Mazzarella wird unter anderem zur Last gelegt, bereits im Dezember 2000 in Auftrag gegeben zu haben, den Bruder eines Mafia-Killers zu ermorden - als Racheakt. Der Mann wurde damals in einer Metzgerei in Neapel erschossen.
Der Mazzarella-Clan gilt als eine der einflussreichsten Familien der Camorra. So heißt die Mafia in der Region rund um die süditalienische Großstadt. Die Camorra zeichnet sich durch eine dezentrale Struktur aus vielen Clans aus, die seit vielen Jahrzehnten in der organisierten Kriminalität tätig sind.
Der Mazzarella-Clan ist für seine Beteiligung an Geldfälschung und Geldwäsche in Neapel berüchtigt. Die süditalienische Stadt wird seit langem mit Banknotenfälschung im großen Stil in Verbindung gebracht.
Die Amalfiküste mit Orten wie Positano gehört zu Italiens beliebtesten und auch teuersten Urlaubsregionen. Vietri sul Mare mit seinen Steilhängen gilt als eine der schönsten Gemeinden des süderuopäischen Landes. Dort gab es viele Jahre lang auch eine deutsche Künstlerkolonie.
pg/AR (dpa, afp)
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