Macron und Biden: Alles wieder gut? | Aktuell Welt | DW | 22.09.2021
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U-Boot-Streit

Macron und Biden: Alles wieder gut?

Nach den gut kalkulierten französischen Wutausbrüchen hätte man bei dem Versöhnungstelefonat zwischen den Präsidenten Macron und Biden gerne Mäuschen gespielt. So bleiben uns nur die offiziellen Verlautbarungen.

Macron und Biden waren sich zuletzt auf dem NATO-Gipfel im Juni begegnet

Macron und Biden waren sich zuletzt auf dem NATO-Gipfel im Juni persönlich begegnet (Archivbild)

"Klarstellungen" hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vom US-Präsidenten erwartet, bevor er mit Joe Biden telefonierte. "Klarstellungen über die Entscheidung der USA, einen europäischen Verbündeten bei grundlegenden Gesprächen über die Zusammenarbeit im Indopazifik außen vorzulassen." Konsultationen hätten geführt werden müssen, seien aber nicht geführt worden. Nun müssten "gemeinsam die Konsequenzen daraus gezogen werden". Neues Vertrauen müsse "durch Taten und konkrete Maßnahmen und nicht nur durch Worte" geschaffen werden.

Doch am Anfang stehen stets die Worte, und Biden versuchte in dem von ihm erbetenen Telefonat mit Macron, die ärgsten Wogen im U-Boot-Streit zu glätten. So vereinbarten die beiden Präsidenten "vertiefte Konsultationen" zwischen ihren Regierungen, wie das Weiße Haus und der Élysée-Palast in einer gemeinsamen Erklärung verkündeten. Dadurch sollten "die Bedingungen geschaffen werden, um Vertrauen sicherzustellen", außerdem sollten "konkrete Maßnahmen hin zu gemeinsamen Zielen" vorgeschlagen werden.

Mehr US-Soldaten nach Mali?

Die beiden Staatschefs seien sich einig gewesen, dass die Situation "von offenen Konsultationen zwischen den Verbündeten" zu Fragen von strategischem Interesse für Frankreich und die europäischen Partner "profitiert" hätte, wie es in der sperrigen Sprache des Élysée weiter heißt. Die Präsidenten hätten vereinbart, einen Prozess intensiver Beratungen zu starten, um die Bedingungen zu schaffen, Vertrauen zu gewährleisten und konkrete Schritte mit Blick auf gemeinsame Ziele vorzuschlagen.

Emmanuel Macron und Malcolm Turnbull

Im Mai 2018 war die Welt für Frankreich noch in Ordnung: Emmanuel Macron und Australiens Premier Malcolm Turnbull auf einem französischen U-Boot

Biden kündigte zudem an, die USA würden ihre Unterstützung für Anti-Terror-Einsätze europäischer Staaten in der Sahelzone ausweiten. Einzelheiten wurden dazu nicht genannt.

Hat sich Biden entschuldigt?

Der zurückgerufene französische Botschafter in den USA, Philippe Etienne, soll kommende Woche nach Washington zurückkehren. Biden und Macron wollen sich Ende Oktober in Europa persönlich treffen. Dann findet zunächst in der italienischen Hauptstadt Rom der G20-Gipfel statt, bevor im schottischen Glasgow die Klimakonferenz COP26 beginnt.

Ist damit die Wiederannäherung geglückt? Der Ton sei freundlich gewesen, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, in Washington. Etwa 30 Minuten habe das Telefonat von Biden und Macron gedauert. Der US-Präsident hoffe, dass es ein Schritt zurück zu Normalität sei. Auf die Frage, ob sich Biden bei Macron entschuldigt habe, antwortete Psaki ausweichend: Der Präsident habe anerkannt, dass es bessere Abstimmung hätte geben können. Der Fokus des Gespräches habe auf dem weiteren Vorgehen gelegen.

rb/bru (AFP, AP, dpa, Reuters)

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