Louvre: Kaiser Konstantin hat seinen Riesen-Finger zurück | Kunst | DW | 09.11.2018
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Ausstellung

Louvre: Kaiser Konstantin hat seinen Riesen-Finger zurück

Jahrhundertelang ragte die Hand der berühmten Kolossalstatue von Kaiser Konstantin ohne Zeigefinger in die Luft. Doch jetzt ist er wieder dran. Forscher hatten das abgetrennte Gliedmaß zufällig im Louvre wiedergefunden.

38 Zentimeter ist er groß - der Zeigefinger der Kolossalstatue von Kaiser Konstantin, deren Fragmente in den Kapitolinischen Museen in Rom lagern. Man habe den Finger im Rahmen einer Forschungsarbeit über Schweißtechniken großer antiker Bronzeskulpturen entdeckt, bestätigte der Louvre.

Der Finger, der Jahrhunderte verschollen war, befand sich bereits seit 1863 im Louvre, nämlich in der Sammlung des italienischen Unternehmers und Kunstsammlers Giampietro Campana, dem das Museum derzeit eine umfangreiche Ausstellung widmet.

Foto der rekonstruierten Kolossalstatue von Kaiser Konstantin im Panometer. (picture-alliance/dpa/W. Grubitzsch)

So könnte sie einmal ausgesehen haben - rekonstruierte Kolossalstatue im Leipziger Panometer 2007

Hand und Finger bald wiedervereint?

Frankreich hatte neben Großbritannien und Russland den Großteil der Campana-Sammlung unter Napoleon III. erworben. Laut Claudio Parisi Presicce, dem Direktor der Kapitolinischen Museen, wurde der Finger des römischen Kaisers (306-337 n. Chr.) höchstwahrscheinlich 1584 von der Hand getrennt, als man den Globus, den sie ursprünglich hielt, auf einer Meilensäule der Via Appia anbrachte. Bereits auf einem 1759 von dem Abt Diego Revillas veröffentlichten Stich sei die Hand ohne Zeigefinger abgebildet, erklärte Presicce. 

Im Rahmen der Präsentation der Campana-Sammlung im Louvre ist die Hand des Kaisers nun erstmals wieder mit Zeigefinger zu sehen sein. 

Campana war Direktor der staatlichen Pfandleihanstalt Monte di Pietà in Rom. Wegen Veruntreuung wurde er 1858 zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Neben Russland und Großbritannien erwarb Frankreich mit über 10.000 Objekten den Großteil der legendären Sammlung.

Italien Rom - Kapitolinische Museen (picture-alliance/dpa/W. Grubitzsch)

Jahrhundertelang war der Finger verschollen

bb/gri (dpa)