Louvre findet Kaiser Konstantins Riesen-Finger | Kunst | DW | 01.06.2018
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Museumskunst

Louvre findet Kaiser Konstantins Riesen-Finger

Seit Jahrhunderten ragt die Hand der berühmten Kolossalstatue von Kaiser Konstantin ohne Zeigefinger in die Luft. Doch das könnte sich bald ändern. Forscher haben den verschollenen Finger im Louvre wiedergefunden.

38 Zentimeter ist er groß - der Zeigefinger der Kolossalstatue von Kaiser Konstantin, deren Fragmente in den Kapitolinischen Museen in Rom lagern. Man habe den Finger im Rahmen einer Forschungsarbeit über Schweißtechniken großer antiker Bronzeskulpturen entdeckt, bestätigte der Louvre.

Der Finger, der Jahrhunderte verschollen war, befand sich bereits seit 1863 im Louvre, nämlich in der Sammlung des italienischen Unternehmers und Kunstsammlers Giampietro Campana, der das Museum im November eine umfangreiche Ausstellung widmet.

Foto der rekonstruierten Kolossalstatue von Kaiser Konstantin im Panometer. (picture-alliance/dpa/W. Grubitzsch)

So könnte sie einmal ausgesehen haben - rekonstruierte Kolossalstatue im Leipziger Panometer 2007

Hand und Finger bald wiedervereint?

Frankreich hatte neben Großbritannien und Russland den Großteil der Campana-Sammlung unter Napoleon III. erworben. Laut Claudio Parisi Presicce, dem Direktor der Kapitolinischen Museen, wurde der Finger des römischen Kaisers (306-337 n. Chr.) höchstwahrscheinlich 1584 von der Hand getrennt, als man den Globus, den sie ursprünglich hielt, auf einer Meilensäule der Via Appia anbrachte. Bereits auf einem 1759 von dem Abt Diego Revillas veröffentlichten Stich sei die Hand ohne Zeigefinger abgebildet, erklärte Presicce. 

Es könnte sein, dass die Hand des Kaisers im Rahmen der Louvre-Werkschau im November erstmals wieder mit Zeigefinger zu sehen sein wird, so das Museum. Zurzeit denke Rom über eine Leihgabe der Hand nach. Es wäre eine kleine Sensation. 

bb/gri (dpa)