Letztes Rebellengebiet vor der Eroberung | Aktuell Nahost | DW | 05.05.2019
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Syrien

Letztes Rebellengebiet vor der Eroberung

Angesichts andauernder Kämpfe im Nordwesten Syriens schlagen Helfer Alarm. Nach UN-Angaben haben im vergangenen Monat Tausende Einwohner der Provinzen Idlib und Hama ihre Häuser verlassen müssen.

Die russische und syrische Luftwaffe haben den sechsten Tag in Folge heftige Luftangriffe auf Syriens letztes großes Rebellengebiet geflogen. Flugzeuge und Hubschrauber hätten Dutzende Ziele in der Provinz Idlib und im Norden der Provinz Hama bombardiert, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Damit wächst die Sorge vor einer Offensive syrischer Regierungstruppen auf die Region im Nordwesten des Landes.

Aus syrischen Militärkreisen hieß es, die Armee habe weitere Truppen und militärisches Gerät an die Frontlinie beordert. Dies sei eine Reaktion auf Vorbereitungen von "Terrororganisationen", die einen Angriff planten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana.

Heftigste Bombardierungen seit Monaten

Syriens Regierung und ihr Verbündeter Russland hatten am Dienstag mit Angriffen auf das Rebellengebiet begonnen. Den Menschenrechtlern zufolge handelt es sich um die heftigsten Bombardierungen seit Monaten. Mehr als 70 Menschen seien bisher ums Leben gekommen.

Nach mehr als acht Jahren Bürgerkrieg ist die Region rund um die Stadt Idlib das letzte große Rebellengebiet. Kontrolliert wird das Gebiet im Wesentlichen von der Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS), die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahesteht. Syriens Regierung und Russland argumentieren, ihre Truppen bekämpften Extremisten.

Syrien Provinz Idlib Bewohner fliehen vor Kämpfen (Getty Images/AFP/A. Watad)

Bewohner von Idlib fliehen vor den Kämpfen

Die von syrischen Ärzten gegründete Hilfsorganisation UOSSM warnte vor apokalyptischen Zuständen, sollten die Angriffe weiter fortgesetzt werden. In der Region um Idlib leben rund drei Millionen Menschen, etwa die Hälfte davon Flüchtlinge aus anderen Gebieten.

Moskau sowie die Türkei als Unterstützer der Rebellen hatten das Gebiet zu einer Deeskalationszone erklärt und sich im vergangenen Jahr auf eine Pufferzone geeinigt. Sie soll eine Offensive verhindern, mit der die Regierung gedroht hat. Die syrische Opposition wirft Russland vor, sich nicht an das Abkommen zu halten.

hf/se (dpa, afp, kna)

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