″Legendärer Kämpfer″ wird Waffenlobbychef | Aktuell Amerika | DW | 08.05.2018
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USA

"Legendärer Kämpfer" wird Waffenlobbychef

Die National Rifle Association gilt als eine der mächtigsten Lobby-Gruppen der USA. Nun bekommt die NRA einen neuen Präsidenten: den skandalumwitterten Ex-Offizier Oliver North.

Die Direktion der National Rifle Association ernannte Oliver North zum Nachfolger des scheidenden Präsidenten Pete Brownell. NRA-Geschäftsführer Wayne LaPierre rühmte North als "legendären Kämpfer für die amerikanische Freiheit".

Der mittlerweile 74 Jahre alte North war eine der zentralen Figuren in der sogenannten Iran-Contra-Affäre der 1980er Jahre. Als Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates von US-Präsident Ronald Reagan war er in den geheimen Verkauf von Waffen an den Iran verwickelt, mit dem ein Handelsembargo der Vereinigten Staaten unterlaufen wurde. Die Einnahmen aus dem Deal wurden damals an die rechtsgerichteten Contra-Rebellen im zentralamerikanischen Nicaragua weitergeleitet.

Oliver North 1987 (picture-alliance/dpa)

1987: Oliver North sagt vor Sonderausschüssen des US-Kongresses zur Iran-Contra-Affäre aus

North gestand seine Beteiligung an diesen illegalen Aktivitäten ein und wurde zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt. Später wurden die Strafen allerdings wieder aufgehoben. In den vergangenen Jahren betätigte sich der frühere Oberstleutnant als Kommentator des konservativen Fernsehsenders Fox News. Diesen Job will er mit Übernahme des repräsentativen NRA-Postens aufgeben.

NRA unterstützt Trump

Dem politisch überaus einflussreichen Verband gehören nach eigenen Angaben rund fünf Millionen zahlende Mitglieder an. Die National Rifle Association hat sich der Verteidigung des zweiten Verfassungszusatzes der USA verschrieben: dem Recht, eine Waffe zu besitzen und zu tragen. Sie sieht sich daher als Bürgerrechtsorganisation. Schon seit Jahrzehnten setzt sich die NRA erfolgreich gegen eine Verschärfung des laxen US-Waffenrechts ein. Den Präsidentschaftswahlkampf von Donald Trump 2016 unterstützte die NRA mit hohen Geldspenden.

wa/haz (afp, dpa)

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