Lebenslang für prominenten Drogenschmuggler | Aktuell Amerika | DW | 31.03.2021
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Justiz

Lebenslang für prominenten Drogenschmuggler

"Tony" Hernández, der Bruder des Präsidenten von Honduras, ist in den USA zu lebenslanger Haft verurteilt worden - unter anderem wegen Mordes und des Schmuggels großer Mengen an Kokain.

Honduras Tegucigalpa 2017 | Juan Antonio Hernandez, Bruder von Präsident Hernandez

Dürfte nicht mehr aus dem Gefängnis freikommen: Juan Antonio Hernández (Archivbild)

Juan Antonio Hernández, genannt "Tony", war bereits im Oktober 2019 wegen großangelegten Drogenhandels in New York schuldig gesprochen worden. Nun verkündete ein Gericht in der US-Millionenmetropole das Strafmaß gegen den 42-Jährigen: Lebenslange Haft plus 30 Jahre extra. Außerdem wurde die Beschlagnahme seiner Einnahmen aus dem Drogenhandel in Höhe von mindestens 138,5 Millionen US-Dollar angeordnet, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Auch seinem Bruder, dem honduranischen Präsidenten Juan Orlando Hernández, warf die Staatsanwaltschaft eine Beteiligung am gewalttätigen, staatlich geförderten Drogenschmuggel vor. Der 52-Jährige Staatschef war jedoch nicht angeklagt.

Drogengelder für Partei und Wahlkampf

Der frühere Parlamentsabgeordnete "Tony" Hernández war nach nach Überzeugung des New Yorker Gerichts in den Jahren 2004 bis 2018 am Schmuggel von mindestens 185 Tonnen Kokain in die USA sowie an mindestens zwei Morden beteiligt. Er kontrollierte demnach auch zwei Kokainlabore in Kolumbien und Honduras, verkaufte Drogenhändlern Maschinengewehre des Militärs und leitete Millioneneinnahmen aus dem Drogenhandel an seine Partei, die konservative Partido Nacional, weiter.

Honduras Juan Orlando Hernandez

Behauptet, der Hauptzeuge im Verfahren gegen seinen Bruder habe gelogen: Juan Orlando Hernández

"Tony" Hernández, so heißt es, habe außerdem Schmiergeldzahlungen vermittelt - darunter im Jahr 2013 eine Million Dollar vom mexikanischen Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán für den Präsidentenwahlkampf von Juan Orlando Hernández in Honduras. Dieser gewann die Wahl und steht seit Anfang 2014 an der Spitze seines Landes.  

wa/bru (dpa, afp)