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Landunter auf Hawaii

21. März 2026

Das US-Surfer-Paradies Hawaii leidet unter Regenfluten. Ein Damm droht zu brechen. Und Meteorologen warnen vor noch mehr Regen.

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USA Waialua 2026 | Um ein beschädigtes Haus strömt rot-braunes Wasser herum (20.03.2026)
Wassermassen in Flutgebiet auf OahuBild: Mengshin Lin/AP Photo/dpa/picture alliance

Palmen, Hula, atemberaubende Brandung: Hawaii ist ein Urlaubsparadies - normalerweise. Derzeit jedoch versinken Teile des Archipels in rotbraunen Fluten. Schuld ist der immense Regen, der seit Tagen auf die zu den USA gehörende Inselgruppe niederprasselt. Der Boden kann kaum noch etwas aufnehmen, weil er bereits durch die Regengüsse eines Wintersturms vor einer Woche gesättigt ist.

Inzwischen wird die Lage dramatisch: insbesondere an der Nordküste der Insel Oahu, die weltweit wegen der großen Wogen dort ein Traumziel von Wellenreitern ist. Ein 120 Jahre alter Damm droht zu brechen. Tausende Menschen müssen ihre Häuser vorsichtshalber verlassen. Die hawaiianischen Behörden haben Evakuierungen angeordnet.

Wasserstand erreicht kritischen Wert

Der Pegelstand am Wahiawa-Damm habe einen kritischen Wert erreicht, teilte die Notstandszentrale mit. Sollte der Damm brechen, drohten lebensgefährliche Überflutungen. 4000 Anwohner sind betroffen, sagte eine Sprecherin dem US-Sender CNN.

USA Waialua 2026 | Häuser stehen in einem von rot-braunem Wasser überschwemmten Wohngebiet (20.03.2026)
Überschwemmtes Wohnviertel in WaialuaBild: Mengshin Lin/AP Photo/dpa/picture alliance

Oahu ist die drittgrößte Insel des Archipels im Pazifik. Dort liegt auch die Hauptstadt des US-Bundesstaates Hawaii, Honolulu.

Die Bewohner der Region wurden durch Sirenen sowie per Telefon-Mitteilungen und teils auch persönlich gewarnt. "Wir haben Rettungskräfte, die von Tür zu Tür gehen", sagte der stellvertretende Kommunikationsleiter der Stadtverwaltung von Honolulu, Ian Scheuring, der Nachrichtenagentur AFP. Im Zentrum und an der Nordküste von Oahu sei die Lage "sehr ernst", fügte er hinzu.

USA Waialua 2026 | Trümmer eines zerstörten Hauses an einer Brüstung am Fluss (20.03.2026)
Flutschäden am Kaukonahua-FlussBild: Mengshin Lin/AP Photo/picture alliance

Hawaiis Gouverneur Josh Green rief die Bevölkerung auf, den Evakuierungs-Anweisungen zu folgen. Der Starkregen habe zu derart schweren Überschwemmungen geführt, dass das Hochwasser stellenweise bis zur Brust reiche, sagte Green in einer Videobotschaft. Die Nationalgarde und die Küstenwache würden zur Unterstützung bereitstehen.

Klimawandel sorgt für heftigere Winterstürme

Der heftige Regen hatte in den vergangenen Tagen ganze Straßenzüge überflutet, Wohngebiete versanken im Wasser, Häuser wurden zerstört. Einige Menschen, die vom Hochwasser eingeschlossen waren, mussten von Einsatzkräften gerettet werden.

Der Nationale Wetterdienst verzeichnete aktuell am Kaala, dem höchsten Berg der Insel, innerhalb von 24 Stunden gut 400 Milliliter Niederschlag. Das entspricht einer Regenmenge von 400 Litern auf jeden Quadratmeter.

USA Hawaii 2026 | Satellitenaufnahme der Wolkendecke über Hawaii (20.03.2026)
Satellitenaufnahme der Tiefdrucksystem über Hawaii (am Freitag)Bild: NOAA/AP Photo/picture alliance

Tiefdruckgebiete, die jeden Winter über Hawaii hinwegziehen, haben den heftigen Regen gebracht. Diese "Kona-Tiefs" führen südliche oder südwestliche Winde mit viel feuchter Luft zu der Inselgruppe. Doch deren Intensität und Häufigkeit nimmt infolge des Klimawandels messbar zu, sagen Experten.

Ein neuer Wintersturm braut sich bereits zusammen. Laut Behördenangaben wird für dieses Wochenende weiterer Regen erwartet - wenn auch nicht mehr ganz so viel wie in den Tagen zuvor.

AR/haz (dpa, ap, afp)