Kommentar: WM 2026 - Trump und das Geld | Fußball | DW | 13.06.2018
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FIFA-Kongress

Kommentar: WM 2026 - Trump und das Geld

Die Fußballverbände der Welt entscheiden sich für die USA, Kanada und Mexiko als Ausrichter der WM 2026. Es ist eine Entscheidung für ihre Zukunft - und die ihrer Länder, meint Sportreporter Florian Bauer.

Am Ende war doch alles wie immer bei der FIFA. Mehr als eine Stunde lang drehte sich beim FIFA-Kongress in Moskau alles ums Geld. Die Rücklagen des Fußball-Weltverbandes sind auf unter eine Milliarde US-Dollar geschmolzen, das gab es seit Jahren nicht mehr. Schuld sind auch die hohen Anwaltskosten rund um die FIFA-Korruptionsskandale. Trotzdem soll jeder der über 200 Fußballverbände von der FIFA sechs Millionen US-Dollar über vier Jahre bekommen, so viel wie noch nie - egal ob er wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) etwa sieben Millionen Mitglieder betreut oder wie Guam gerade mal ein paar tausend. Das alles muss man wissen, um zu verstehen, warum nun also die USA gemeinsam mit Kanada und Mexiko die WM 2026 ausrichten dürfen und nicht Marokko.

An der finanziellen Nabelschnur der FIFA

Es geht ums Geld. Elf Milliarden US-Dollar Profit hat die Bewerbung mit dem Namen "United 2026" der FIFA versprochen, der Konkurrent Marokko "nur" fünf Milliarden. Hinter den Kulissen des FIFA-Kongresses haben viele kleinen Verbände - und die sind in der FIFA weit in der Überzahl - klargemacht: Sie sind auf das Geld aus Zürich angewiesen. Denken sie zumindest. (Wer wissen will, was ein Fußballverband wie die Färöer Inseln mit soviel Geld macht, soll sich mal deren Verbandstempel anschauen.)

Florian Bauer Kommentator WM Vergabe 2026
(privat)

DW-Sportreporter Florian Bauer

Ein marokkanischer Fußballspieler sagte in der Präsentation vor dem FIFA-Kongress, Fußball sei "nicht nur Geld". Dieser Satz sagt alles über das Geschäft, das die FIFA für die Fußballverbände weltweit eigentlich betreibt. Es geht in erster Linie ums Geld. Das ist die eine Wahrheit der Wahl pro Nord-und Mittelamerika.

Politischer Druck hat gewirkt

Die andere heißt Donald Trump. Der hatte per Twitter klargemacht, wer nicht für die US-Bewerbung stimme, der könne im Zweifel auch nicht mehr auf die politische Unterstützung der USA zählen. Es wird viele Verbände aus kleineren oder Entwicklungsländern gegeben haben, die in den letzten Wochen einen Anruf ihres Regierungschefs bekommen haben. Mit der klaren Ansage, für wen sie zu stimmen haben. Zimbabwe hat eine solche Ansage sogar öffentlich gemacht.

Trump selbst hat in den letzten Woche drei Briefe an FIFA-Chef Gianni Infantino geschrieben und für die WM geworben und sogar seinen Senior-Berater und Schwiegersohn, Jared Kushner, eingespannt. Am Ende hat es eindeutig geholfen. Dass das Geld und die Politik mal wieder die Wahl entschieden haben, ist bei FIFA-Entscheidungen aber ja nun nichts Neues.

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