″Klimaschutz nicht ausreichend″ | Aktuell Welt | DW | 05.11.2013
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Aktuell Welt

"Klimaschutz nicht ausreichend"

Eine Woche vor der Weltklima-Konferenz in Warschau schlagen die UN Alarm: Die Maßnahmen gegen den Klimawandel seien unzureichend.

Die Zeit für Maßnahmen gegen den globalen Temperaturanstieg laufe ab, warnte das UN-Umweltprogramm UNEP in seinem "Emissions Gap Report 2013". Die Chance, die Erderwärmung wie angestrebt auf zwei Grad zu begrenzen, werde immer kleiner.

Selbst wenn die Staaten ihre aktuellen Klimaziele einhielten, würden die Emissionen von klimaschädlichen Gasen im Jahr 2020 acht bis zwölf Milliarden Tonnen über dem Niveau liegen, das als nötig gilt, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, heißt es in dem Bericht. Ein solcher Temperaturanstieg gilt als gerade noch beherrschbar.

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Klimaschutz zum Kaufen (09.10.2013)

Um das Zwei-Grad-Ziel zu schaffen, hatte die Weltgemeinschaft einen CO2-Ausstoß von nicht mehr als 44 Gigatonnen bis 2020 vereinbart. Bis zum Jahr 2050 sollte der CO2-Austoß dann auf 22 Gigatonnen fallen. Noch sei es möglich, die 2020-Zielmarke zu erreichen, erklärte UNEP-Direktor Achim Steiner. Bedingung dafür seien eine striktere Einhaltung der Zusagen und weitere Maßnahmen, darunter eine stärkere internationale Zusammenarbeit beim Ausbau der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien.

Der Präsident des Bundesumweltamtes, Jochen Flasbarth, sagte bei der Präsentation des Berichts in Berlin, der schleppende Klimaschutz sei das größte globale Umweltproblem. "Die derzeitige Geschwindigkeit im Klimaschutz ist schlicht unzureichend."

Auch Flasbarth forderte eine verstärkte internationale Zusammenarbeit, um die Erderwärmung zu stoppen. Dazu gehöre die Förderung von Energiesparmaßnahmen und von erneuerbaren Energien sowie der Abbau von Subventionen für fossile Energien. Auch im Bereich der Landwirtschaft könne der CO2-Ausstoß verringert werden.

Der Bericht wurde von 44 Wissenschaftlergruppen aus 17 Ländern erstellt und vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen koordiniert. Der Report wurde in Berlin, Brüssel und Rio de Janeiro vorgestellt. In der nächsten Woche findet in der polnischen Hauptstadt Warschau die jährliche Weltklimakonferenz statt. Die Weltgemeinschaft hatte sich nach dem Scheitern des Klimagipfels in Kopenhagen 2009 darauf verständigt, bis 2015 einen Klimavertrag auszuhandeln.

wl/gri (dpa, afp, rtr, epd)

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