Khashoggi-Verlobte verklagt saudischen Kronprinzen | Aktuell Welt | DW | 20.10.2020
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Saudi-Arabien

Khashoggi-Verlobte verklagt saudischen Kronprinzen

Die Verlobte des ermordeten regimekritischen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi nimmt es mit dem de facto-Herrscher Saudi-Arabiens auf. Sie fordert von Kronprinz Mohammed bin Salman Schadenersatz für ihren Verlust.

Gut zwei Jahre nach der Tat hat Hatice Cengiz ihre Klage gegen Mohammed bin Salman (kurz oft MbS genannt) vor einem US-Gericht eingereicht. Sie argumentiert, der Kronprinz habe die Ermordung ihres Lebenspartners angeordnet. In der Klageschrift heißt es, sie habe durch den gewaltsamen Tod Khashoggis einen persönlichen Verlust sowie finanziellen Schaden erlitten. In der Zivilklage geht es um Schadenersatzforderungen in nicht bezifferter Höhe.

Zusammen mit Cengiz reichte die von Jamal Khashoggi gegründete Menschenrechtsorganisation "Democracy for the Arab World Now" (Dawn) Klage gegen den starken Mann Saudi-Arabiens und 28 weitere Verdächtige ein. Ziel des Mordes sei es gewesen, die von Khashoggi angestrebten Reformen hin zur Demokratie in der arabischen Welt zum Erliegen zu bringen, heißt es in der Klageschrift. Dass sie die Klage vor einem Gericht in Washington vorgelegt haben, begründeten Cengiz und die Menschenrechtsgruppe damit, dass von der saudi-arabischen Justiz keine Gerechtigkeit zu erwarten sei.

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Jamal Khashoggi - Mordkomplott im saudischen Konsulat

Der 59-jährige Regierungskritiker und Gegner bin Salmans wurde am 2. Oktober 2018 im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul von einem Spezialkommando ermordet. Khashoggis Leiche ist bis heute nicht gefunden worden. Schnell wurde ermittelt, dass er von einem Spezialkommando aus Riad getötet worden war. Erst unter internationalem Druck und nach wochenlangen Dementis räumte die saudi-arabische Regierung schließlich ein, Khashoggi sei "bei einem missglückten Einsatz zu seiner Festnahme" getötet worden.

qu/rb (afp, rtr, dpa)

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