Khashoggi-Prozess startet in Riad | Aktuell Welt | DW | 03.01.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Saudi-Arabien

Khashoggi-Prozess startet in Riad

Die Forderung der saudischen Generalstaatsanwaltschaft zum Prozessbeginn: Todesstrafe für fünf der elf Angeklagten. Der Journalist Jamal Khashoggi war vor drei Monaten im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet worden.

Zum Prozessauftakt in Riad forderte die Generalstaatsanwaltschaft fünfmal die Todesstrafe. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Alle elf Angeklagten waren demnach mit ihren Anwälten im Gericht - ihre Identitäten blieben geheim.

Der Generalstaatsanwalt sagte laut SPA, seine Behörde habe die Türkei zwei Mal um Beweismaterial zu dem Fall gebeten, doch keine Antwort erhalten. Die Türkei hat ihrerseits Saudi-Arabien mangelnde Kooperationsbereitschaft bei der Aufklärung des Mordes an dem Regierungskritiker vorgeworfen. Auch forderte die Regierung in Ankara vergeblich die Auslieferung der Verdächtigen, um ihnen in Istanbul den Prozess machen zu können.

Medienberichte: Khashoggis Leiche wurde in Säure aufgelöst

Khashoggi war am 2. Oktober im saudi-arabischen Konsulat am Bosporus von einem eigens angereisten 15-köpfigen Kommando erwürgt und zerstückelt worden. Die Leiche des 59-jährigen "Washington Post"-Kolumnisten wurde bis heute nicht gefunden. Laut Medienberichten wurde sie in Säure aufgelöst. Saudi-Arabien bestritt über Wochen die Tötung Khashoggis, bevor es unter internationalem Druck schließlich das Verbrechen einräumte.

Saudi Arabien Kronprinz Mohammed bin Salman (picture-alliance/AP Photo/G20 Press Office)

Saudi Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman (Archivbild) bestreitet jede Verstrickung in die Tat

Nach Darstellung Saudi-Arabiens handelten die Täter auf Anweisung des inzwischen entlassenen Vize-Geheimdienstchefs Ahmed al-Assiri und des königlichen Medienberaters Saud al-Kahtani. Der Fall hat dem internationalen Ansehen des erzkonservativen Königreiches sehr geschadet und belastet dessen Beziehungen zu westlichen Staaten. Der US-Geheimdienst CIA hat den Vorwurf erhoben, der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman sei in den Mord verwickelt und habe die Tat angeordnet. Khashoggi war ein Kritiker Salmans, der jedwede Verstrickung in die Tat zurückgewiesen hat.

nob/jj (dpa, rtr, afp)

Die Redaktion empfiehlt