Keine Unterstützung für Rückkehr der Fans | Sport | DW | 10.08.2020
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Bundesliga

Keine Unterstützung für Rückkehr der Fans

Die Bundesligaklubs möchten mit reduzierter Zuschauerzahl in die neue Saison starten. Doch aus der Politik kommt dazu wegen des aktuellen Infektionsgeschehens keine Zustimmung. Gesundheitsminister Spahn warnt.

Die Politik erteilt den Wünschen der Fußball-Bundesliga, den Fans wenigstens teilweise schon bald eine Rückkehr in die Stadien zu ermöglichen, vorerst eine Absage: "Tausende Zuschauer in den Stadien - das passt nicht zum aktuellen Infektionsgeschehen", teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter mit. "Jetzt heißt es, keine vermeidbaren Risiken einzugehen. Das Konzept der DFL ist in der Theorie gut. Entscheidend ist in der Pandemie aber die Praxis im Alltag."

Auch von der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) kamen am Montag keine positiven Signale in Richtung Liga, zum Auftakt der Spielzeit 2020/21 Mitte September wieder vor Publikum zu spielen. Das habe aus Sicht der Gesundheitsminister der Länder keine Priorität. Darin bestehe Einigkeit hieß es aus Teilnehmerkreisen.

Kretschmer: "Eine Chance geben"

Angesichts der wieder gestiegenen Corona-Fallzahlen herrscht Skepsis in der Politik, wie es Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ausdrückte. "Ich habe mich sehr für den Start von Geisterspielen eingesetzt, das läuft auch hervorragend. Aber bei vollen Stadion zum Bundesliga-Start bin ich außerordentlich skeptisch. Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer ist dagegen positiver eingestellt: "Ich bin der Meinung, man muss ihnen jetzt die Chance geben, diese Sache zu erproben", sagte der CDU-Politiker am Montag im ARD-Mittagsmagazin mit Blick auf das DFL-Konzept. Es sei wichtig, "dass wir jetzt auch an diesem Punkt einen Schritt nach vorn gehen". Von Massentests vor dem Stadionbesuch hält Kretschmer allerdings nichts, weil es nicht praktikabel sei.

Deutschland Markus Söder (Getty Images/AFP/P. Kneffel)

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist Fan des 1. FC Nürnberg

Söder würde gerne noch einige Zeit vergehen lassen und das Thema in der letzten August-Woche auf einer Konferenz der Ministerpräsidenten eigehend besprechen. Immerhin räumt er ein: "Ich kann mir vielleicht im Laufe der Saison volle Stadien vorstellen, aber nicht zum Bundesliga-Start."

Skepsis auch bei der Ärzteschaft

Am dritten September-Wochenende wollen Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga in ihre neuen Spielzeiten starten. Bereits eine Woche zuvor ist die 1. Runde im DFB-Pokal eingeplant. Laut DFL-Konzept soll zunächst eine reduzierten Zahl von Fans in die Stadien dürfen. Die Stehplätze blieben jedoch gesperrt, es dürften keine Gästefans in die Stadien und es würde kein Alkohol ausgeschenkt. Zudem sollen nur personalisierte Tickets vergeben werden, um die Infektionsketten im Ernstfall besser und schneller nachvollziehen und unterbrechen zu können.

Neben vielen Politikern warnt auch der Ärzteverband Marburger Bund vor einer Fan-Rückkehr in die Bundesliga-Stadien. "Wenn wir Pech haben, sitzt ein Superspreader unter den Fans, und das Virus breitet sich wie ein Lauffeuer aus", wird die Vorsitzende des Marburger Bundes, Susanne Johna, in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag) zitiert. Sie hält die Gefahr von Massenansteckungen für real. "Die Bestrebungen der Liga sind mehr als nachvollziehbar. Aber dass ihr Konzept Ansteckungen verhindert, halte ich für unrealistisch." Sollte ein Tor fallen, könne sie sich nicht vorstellen, dass die Fans auf ihren Sitzen hocken blieben. "Da liegt man sich in den Armen und denkt nicht an Corona. Alles andere wäre geradezu unmenschlich", so Johna.

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