Kanada steigt aus Luftkrieg gegen den IS aus | Aktuell Amerika | DW | 21.10.2015
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Aktuell Amerika

Kanada steigt aus Luftkrieg gegen den IS aus

Im Wahlkampf hatte er es versprochen, jetzt will er es auch umsetzen: Kanadas künftiger Premier Trudeau wird die Beteiligung seines Landes an den Luftangriffen gegen den IS stoppen.

Nach dem Wahlsieg der Liberalen beendet Kanada seine Luftangriffe gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien und im Irak. Davon habe er US-Präsident Barack Obama telefonisch unterrichtet, sagte Trudeau vor Journalisten in Ottawa.

"Ende des Kampfeinsatzes"

Kanada werde zwar ein "starkes Mitglied" der US-geführten Koalition gegen den IS bleiben, sagte Trudeau. Er habe Obama aber darüber informiert, dass der "Kampfeinsatz" beendet werde.

Kampfflugzeug vom Typ CF-18 Hornet der kanadischen Luftwaffe (Foto: Reutes)

Kampfflugzeug vom Typ CF-18 Hornet der kanadischen Luftwaffe

Kanada hat sich bisher mit einigen CF-18 Hornet-Bombern an der internationalen, von den USA geführten Koalition gegen den Islamischen Staat beteiligt. Das nordamerikanische Land gehört der Koalition seit November 2014 an und schickte neben den Flugzeugen rund 70 Spezialkräfte zur Ausbildung kurdischer Kämpfer im Nordirak in die Region. Trudeau hatte im Wahlkampf versprochen, den Kampfeinsatz zu beenden. Einen Zeitpunkt nannte er jetzt nicht. Die Ausbildungsmission im Nordirak will Trudeau fortsetzen.

Großer Wahlsieg

Trudeaus Liberale hatten bei der Parlamentswahl am Montag laut vorläufigem Ergebnis eine komfortable Mehrheit von 184 der 338 Abgeordneten im Unterhaus erzielt. Der bisherige konservative Premierminister Stephen Harper trat nach der Niederlage zurück. Unter Harper war Kanada 2011 aus dem Kyoto-Abkommen zum Klimaschutz ausgestiegen.

Obamas Sprecher Josh Earnest sagte, dass Harpers Regierung zwar "substanzielle Zusagen" mit Blick auf den Klimagipfel im Dezember in Paris gemacht habe. Allerdings glaube Washington, dass Kanada bei diesem Thema "mehr tun kann".

Die Liberalen hatten außerdem angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs die Steuern für Reiche zu erhöhen und viel Geld in die Infrastruktur zu stecken, um die Wirtschaft anzukurbeln. Trudeau sagte, es gehe "nicht nur um einen Regierungswechsel, sondern um eine bessere Regierung". Zudem sprachen sich die Liberalen für die Aufnahme von 25.000 syrischen Flüchtlingen noch in diesem Jahr aus.

wl/qu (dpa,afp,rtr)